Der Eisenbahnoberbau -

auch eine geschichtliche Betrachtung

       

Dieses Thema gehört eigentlich nicht so richtig hier hin. Es ist eher ein Fachthema und hat doch mit Brandenburg an der Havel im weiteren Sinne zu tun. Im Weichenwerk, im Ortsteil Kirchmöser, hatte die Deutsche Reichsbahn der DDR ihr größtes Werk für die Produktion von Weichen und diese sind ja ein wichtiger Bestandteil des Oberbaus. In diesem gesamten Werkskomplex der Bahn, der mal das Raw Brandenburg West beheimatete, waren neben weiteren Betrieben und Institutionen auch das Werk für Gleisbaumechanik angesiedelt. Hier wurden alle Gleisbaumaschinen der Deutschen Reichsbahn der DDR zentral repariert und einer Hauptuntersuchung unterzogen, praktisch ein Raw für Gleisbaumaschinen.

      

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der damaligen sowjetischen Besatzungszone alle Eisenbahnen, egal welchen Status sie hatten, enteignet und den Ländern bzw. dann der Deutschen Reichsbahn der DDR unterstellt. Mit dieser Verstaatlichung kamen auch alle nicht von den Russen demontierten und liquidierten Kleinbahnen zur DDR-Reichsbahn. Diese Kleinbahnen, meist nur mit sehr regional begrenztem Wirkungskreis und kaum oder gerade mal so wirtschaftlichem Betriebsergebnis und in den Kriegsjahren stark vernachlässigt, stellten die Reichsbahn vor enorme Aufgaben. Hinzu kamen Forderungen mit militärischem Hintergedanken der Oberen nach Erhaltung. In den Jahren nach dem Krieg im Zeichen von fehlenden Ressourcen nach Demontagen und Zerstörung kein leichtes Unterfangen. Vielfach wurde Material, was an alter Stelle nicht mehr dringend gebraucht wurde, ausgebaut und an anderer Stelle wieder eingebaut. Parallel dazu stand die Entwicklung neuer Technologien und Materialien. Davon war auch der Eisenbahnoberbau betroffen und es kam zu kuriosen Zusammenstellungen in diesem Bereich. Sogar ganze Brückenüberbauten wurden demontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut.

        

Aufnahme vom 25.10.2018, © H. M. Waßerroth

       

Wer kennt diesen Oberbau der Bahn? So oder ähnlich tauchten mehrfach Fragen zum Oberbau auf. Beantworten können diese Frage oft allenfalls noch alte Eisenbahner oder Fachleute, die sich damit beschäftigen oder beschäftigt haben.

Dieser Gleisabschnitt im Bild oben wurde Ende der 1950er Jahre so umgebaut. Er gehört zur Oberbauart C, ist ein Oberbau Kp mit Schienen der preußischen Form 8 auf Betonschwellen B 020 und Einzelbetonstützen ES 110 für Schienen Form 8 im Wechsel, hergestellt im Betonwerk Güsen in den Jahren 1957 und 1958. Die Schienen sind auf den Schwellen ohne Unterlagsplatten mit Klemmplatten Kp 502 und durch Schwellenschrauben mit Kopfform R gehalten befestigt. Auf den Einzelbetonstützen werden die Schienen ohne Unterlagsplatten nur mit Schwellenschrauben mit Kopfform Q gehalten. Da diese Oberbauanordnung keine größeren Seitenlasten (in Bögen und bei Schlingerbewegungen der Fahrzeuge) aufnehmen kann, kam sie nur in der Geraden zur Anwendung.

     

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Ausschlaggebend für die Erstellung dieser Seite sind in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchende Fragen zu Oberbauformen und gestellte Fragen zu einzelnen Oberbauarten und Oberbaumaterialien, die es mal im Bereich der DDR-Reichsbahn gegeben hat und somit vereinzelt noch heute vorgefunden werden. Das Internet gibt hierzu nicht immer ausreichende Antworten.

    

Hier soll nun der Eisenbahnoberbau vornehmlich der ehemaligen DDR-Reichsbahn beschrieben werden. Andere Oberbauformen und solche aus heutiger Zeit werden im Anschluss auf Übersichten zusammengefasst. Der Eisenbahnoberbau der heutigen Zeit ist vielfach hinreichend beschrieben und soll deshalb nur am Rande mit behandelt werden.

    

    

Zu diesem Thema weiterführende Seiten:

 

Der Eisenbahnoberbau der Deutschen Reichsbahn der DDR (in Vorbereitung)

Das Kleineisen des Gleises bei der Deutschen Reichsbahn der DDR (in Planung)

Der Eisenbahnoberbau der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bahn AG (in Vorbereitung)

Übersicht der Schwellentypen für Gleise insgesamt (in Vorbereitung)

Übersicht der Schienenformen insgesamt (in Vorbereitung)

     

(die Angaben in den Aufstellungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind ohne Gewähr!)

 

 

aus verschiedenen Quellen zusammengestellt,

bearbeitet und ergänzt von H. M. Waßerroth

Vers. 1.1.0. vom 13.02.2019

© Harumi Michelle Waßerroth