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Brücken in Brandenburg an der
Havel und Umgebung
in alten
und neuen Ansichten und Fotos
-Teil 3-
Fußgängerbrücken
Brandenburg an der Havel ist
reich an Brücken, schon auf Grund der Lage in der
Niederung der Havel mit den zahlreichen Havelarmen
und künstlich geschaffenem Wasserläufen, aber auch notwendig zur Überquerung
anderer Verkehrswege. Der Bau und die
Unterhaltung von Brücken ist teuer, weshalb reine
Brücken nur für Fußgänger eher nicht so häufig sind.
Sie dienen mehr der Bequemlichkeit bzw. sollen weite
Wege zur Querung der Hindernisse für Fußgänger und
Radfahrer minimieren. Auch in Brandenburg an der
Havel gab und gibt es reine Fußgängerbrücken, einige
wurden im Laufe der Zeit wieder abgerissen,
teilweise später wieder neu gebaut und einige kamen
auch neu dazu.
Postkarten von Fußgängerbrücken sind seltener. Meist
schafften es nur prägnante
Brücken als Foto auf eine Ansichtskarte.
Dieser Teil mit Ansichten von Fußgängerbrücken ist
den Brücken vorbehalten, die wirklich für o. g.
Zweck errichtet wurden. Fußgängerbrücken als
Provisorium bei Neubauten von Brücken oder
vorübergehenden Ersatz von im Krieg zerstörten
Brücken sind bei den entsprechenden Brücken mit
aufgeführt.
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Die Gottfried-Krüger-Brücke,
benannt nach ihrem Stifter Gottfried Krüger, ist
eine kleine Brücke nur für Fußgänger. Auch sie hat
eine Vorgeschichte.
Anfang der 1890er Jahre wurde eine Uferstraße
entlang des heutigen Heinrich-Heine-Ufers mit einer
Brücke über den Pumpergraben geplant. Der Bau der
Straße und auch der Brücke erfolgte aber aufgrund
von Einsprüchen der Anlieger nicht. Nach Zukäufen
von Grundstücken am linken Havelufer konnte die
Stadt nach 1918 eine Grünanlage mit Promenadenweg
anlegen. Für die Überquerung des Pumpergrabens baute
man 1921 als Stahlkonstruktion mit Holzbohlenbelag
eine Fußgängerbrücke. Ihre feierliche Einweihung
fand am 08. Januar 1922 statt.
Den charakteristischen Bogen, der ihr im Volksmund
den Namen "Bauchschmerzenbrücke" einbrachte, erhielt
die Brücke wegen notwendiger Kahndurchfahrten zu am
Ende des Grabens existierendem Kleingewerbe, u.a.
der Mostrichmühle, die beliefert werden mussten.
Da der Kommerzienrat Gottfried Krüger die Mittel für
den Brückenbau gestiftet hatte, wurde sie nach ihm
benannt.
Zur Bundesgartenschau 2015 erhielt die Brücke eine
parallel verlaufende Brücke, die auch für Menschen
mit Einschränkungen eine Querung des Pumpergrabens
ermöglicht.

Quelle: Slg Stadtmuseum
Brandenburg an der Havel, Foto:
unbekannt
Die Bauchschmerzenbrücke zur Eröffnung 1922.

Karte am 28.01.1937 gelaufen
Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto:
unbekannt
Die Gottfried-Krüger-Brücke 1937

Karte am 24.07.1973 gelaufen
Slg. Waßerroth, Verlag: VEB Bild & Heimat,
Reichenbach, Foto:
nicht angegeben
Blick von der Gottfried-Krüger-Brücke über die Havel
zur Johanniskirche 1969, zur leichteren Begehbarkeit
des Brückenbogens der "Bauchschmerzenbrücke" wurden
Treppenstufen angelegt.

Karte am 28.01.1977 gelaufen
Slg. Waßerroth, Verlag:
VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Kampmann,
Berlin
Die Gottfried-Krüger-Brücke 1973
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Foto: H. M. Waßerroth
Die Fußgängerbrücke über den Stadtkanal an der
Mündung in die Unterhavel, hinten links die
Luckenberger Brücke und zwischen den Bäumen in der
Mitte die Zentralpoliklinik, früher das
Wohlfahrtsforum, Aufnahme: 10.08.2016
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Die Fußgängerbrücke im Theaterpark
an der Grabenpromenade war ursprünglich eine
Holzbrücke, die im Krieg zerstört wurde. Sie verband
den Theaterpark, vormals Försterwiese, mit der
Grabenpromenade. Die ehemalige Försterwiese war ein
sumpfiges Gelände, das ab 1886 nach und nach
aufgeschüttet wurde.
In den 1970er Jahren ist an ihrer Stelle eine
neue Brücke errichtet worden.

Aufnahme: Stadtbauamt, Slg: Stadtmuseum Brandenburg
Die im Krieg zerstörte hölzerne Brücke zwischen Grabenpromenade
und Försterwiese, heute Theaterpark,

Aufnahme: Weigelt, Slg: Stadtmuseum Brandenburg
Die Ende der 1970er Jahre neu errichtete Brücke zwischen Grabenpromenade
und Theaterpark, November 1979

Aufnahme: Weigelt, Slg: Stadtmuseum Brandenburg
Die Brücke zwischen Grabenpromenade
und Theaterpark, November 1979
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Die ursprüngliche Fußgängerbrücke über den
Domstreng (oder auch Mühlenstreng)
unterhalb der Burgmühle zwischen Grillendamm und Dom
wurde in den 1920er Jahren erbaut. Ihre hochbauchige
Form bekam sie, um dem Schiffverkehr zur Burgmühle
zu ermöglichen, was ihr auch den Namen Himmelsbrücke
einbrachte. Sie diente vornehmlich den Schülern der
Ritterakademie zum Erreichen der Sportplätze am
Grillendamm.
Die heutige Brücke wurde 2006 fertig gestellt.

Slg: Stadtmuseum Brandenburg,
Foto: Stadtbauamt
Die bauchige Fußgängerbrücke über den Domstreng vom
Großen Überfall aus gesehen, die Sportplätze am
Grillendamm sind erst neu angelegt

Slg: Stadtmuseum Brandenburg,
Foto: Heinsdorff
Die bauchige Fußgängerbrücke über den Domstreng, erste Hälfte 1940er
Jahre

Foto: H. M. Waßerroth
Die heutige Brücke über den Domstreng (Mühlenstreng)
aus Stahl, Aufnahme 07.09.2025
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Die heutige Brücke über die Näthewinde
ist eine zweigelenkige Bogenbrücke mit aufgehängter,
unten liegender Fahrbahn. Sie dient nur dem
Fußgänger- und Radverkehr und stellt eine Verbindung
von der Hammerstraße zur Dominsel her. Erbaut wurde
sie 1998.
Die alte Brücke über die Näthewinde wurde in
einfacher Holzbauweise 1942 errichtet. Auch sie
hatte eine ausreichende Höhe, um die Durchfahrt für
Lastkähne zur Heidrich-Mühle am Mühlendamm zu
gewährleisten. Leider gibt es zur alten Brücke kaum
weitere Informationen.

Slg: Stadtmuseum Brandenburg, Foto:
Stadtbauamt
Bau der Fußgängerbrücke über die Näthewinde, 18.02.1942

Slg: Stadtmuseum Brandenburg, Foto:
Stadtbauamt
Bau der Fußgängerbrücke über die Näthewinde, 18.02.1942

Slg: Stadtmuseum Brandenburg, Foto:
Stadtbauamt
Die fertige Fußgängerbrücke über die Näthewinde, die
Rampen wurden nur halbherzig hergestellt 18.08.1942

Slg: Stadtmuseum Brandenburg, Foto:
Stadtbauamt
Die fertige Fußgängerbrücke über die Näthewinde,
18.08.1942

Foto: H. M. Waßerroth
Die heutige Fußgängerbrücke über die Näthewinde,
Aufnahme: 14.07.2023

Foto: H. M. Waßerroth
Die heutige Fußgängerbrücke über die Näthewinde,
Aufnahme: 07.09.2018
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Eine Fußgängerbrücke zum Schützenworth
über die Gleise des Hauptbahnhofes (Staatsbahnhofes)
gab es bereits zu Zeiten der
Berlin-Potsdam-Magdeburger-Eisenbahn. Nach Übernahme
der Bahnlinie durch den preußischen Staat 1880 /
1883 und Übergang in die Preußische Staatsbahn
wurden die Bahnanlagen des Bahnhofes Brandenburg
erneuert und ausgebaut. Dabei ersetzte man auch in
den 1890er Jahren die Fußgängerbrücke zum
Schützenworth durch einen Neubau. Diese Brücke
bestand bis Anfang 1980 und wurde dann durch einen
weiteren Neubau ersetzt. Das Absetzen des neuen
Überbaus auf die Auflager gelang aber erst im
zweiten Versuch, weil der Abstand der Auflager
anfangs nicht zur Länge des Überbaus passte.

Slg: Stadtmuseum Brandenburg,
Foto: unbekannt
Die Fußgängerbrücke aus den 1890er Jahren.

Slg: Stadtmuseum Brandenburg,
Foto: unbekannt
Die neue Fußgängerbrücke am Schützenworth wird
eingehängt, 1982.

Foto: unbekannt, Slg. H. M. Waßerroth
Der Bahnübergang zum Schützenworth, daneben die
Fußgängerbrücke mit dem Aufgang, wie er bis zu
seinem barrierefreien Umbau aussah. Der Bahnübergang
wurde später geschlossen. Aufnahme: 1990er Jahre.

Foto: H. M. Waßerroth
Die Fußgängerbrücke heute, Aufnahme: 04.06.2008
Für alle Aufnahmen
gelten die Lizenzen CC BY-NC-ND 4.0 de
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Für aktuelle Bilder der vielen Brücken in
Brandenburg an der Havel empfehle ich die Homepage
von Lutz Bär:
http://lutz-baer.homepage.t-online.de/bruecken/thumb.html
(einfach auf den Link klicken)
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Vers. 1.0.0. vom 02.03.2026
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