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Lehniner Kleinbahn
(LeK)

Bahnhof Groß Kreutz der Lehniner
Kleinbahn um 1900
Foto; Slg. St. Menzel
Die LeK war eine eingleisige
Kleinbahnstrecke in Normalspur von 1435 mm
und hatte eine Gesamtlänge von 11,95 km. Sie
begann am Bahnhof Groß Kreuz an der Strecke
Potsdam - Magdeburg. Der Sitz der LeK war
Lehnin.
Der Streckenverlauf entsprach bis zur
Stilllegung weitgehend dem
Erläuterungsbericht der Firma Lenz & Co. aus dem Jahre 1897/98. Der
Bahnhof Groß Kreutz bildete den
Ausgangspunkt für Reisende in Richtung
Lehnin. Die Gleisanlagen befanden sich
direkt gegenüber dem Empfangsgebäude der
preußischen Staatsbahn bzw. Deutschen
Reichsbahn, getrennt durch eine Ladestraße.
Die Strecke nach Lehnin führte hinter dem
Bahnhof in einer Linkskurve an den
Ortsausgang von Groß Kreutz und überquerte
dort die Reichs- bzw. Fernverkehrsstraße 1. Nach 4,5
Kilometer erreichte sie den Haltepunkt Neu
Bochow mit einem Hauptgleis mit Bahnsteig (60
Meter lang), einem Ladegleis (100 Meter
Nutzlänge) angeschlossen über je eine Weiche
an den Enden. Um nicht
unbefugt in das Ladegleis zu fahren, waren
an den Enden je eine Gleissperre eingebaut.
Nach Verlassen des Haltepunktes Neu Bochow
verlief das Gleis der LeK einige hunderte
Meter parallel zur Straße, um in einem
Rechtsbogen nach ungefähr 1,5 km den
Haltepunkt Damsdorf bei km 6,0 zu erreichen.
Auch
der Haltepunkt Damsdorf besaß ein Hauptgleis
mit Bahnsteig (122 Meter), ein Ladegleis
(204 Meter Nutzlänge) sowie zwei Weichen,
mit Gleissperren gesichert. Wegen des hohen
Güterverkehrsaufkommens befand sich am
Ladegleis außerdem ein großer Lagerschuppen,
der mit einer Seitenrampe versehen war.
Nachdem Verlassen des Haltepunktes Damsdorf erreichte man nach
3,1 km den Haltepunkt Nahmitz
bei km 9,0. In direkter Einfahrt
von Groß Kreutz kommend liegt noch heute das Nahmitzer
Sägewerk, das über einen eigenen
Gleisanschluss verfügte und durch eine
Gleissperre gesichert war. Der Haltepunkt
Nahmitz, direkt unter der Autobahnbrücke
liegend, hatte neben zwei Weichen, die durch
Gleissperren gesichert waren, ein Ladegleis
mit einer Nutzlänge von 84 Metern und ein
Hauptgleis mit Bahnsteig (60 Meter). Nach
Verlassen des Haltepunktes Nahmitz fuhr man
am Klostersee vorbei, überquerte auf der
größten Brücke der Bahn den Emsterkanal,
kreuzte die Landstraße von Brandenburg nach Lehnin, um parallel zur Straße nach 11,2 km in den Bahnhof Lehnin einzufahren.
Lehnin, mit seinen umfangreichen
Betriebsanlagen, war Betriebsmittelpunkt und
Endstation der Strecke. Vor dem
Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen endeten
zwei Ladegleise mit 26 Meter Nutzlänge und
47 Meter Nutzlänge, an deren Enden Kopf- und
Seitenrampen vorhanden waren. Auf der anderen
Seite des Bahnhofs, gegenüber dem Bahnsteig,
befand sich ein weiteres Ladegleis mit einer
Nutzlänge von 409 Metern, das als Umladegleis
für die Ziegel genutzt wurde und an einer
Kopf- und Seitenrampe endete. Direkt auf die
Rampe führte ein Feldbahngleis mit einer
Spurweite von 670 mm, das den Bahnhof Lehnin mit den
Ziegeleien in Rädel und bei Michelsdorf verband.
Der letzte Zug, der
auf der Lehniner Strecke fuhr,
war der Nahgüterzug N 8591, gezogen von der
Lok 38 243 am 09.10.1967. Oberlokführer
Fritz Lipke vom Bw Brandenburg fuhr den
letzten Zug.
Heute ist von der Lehniner Kleinbahn nicht
mehr viel zu finden, nur wenige Relikte der
Bahn blieben erhalten.





Lagepläne der
einzelnen Stationen der Kleinbahn vom 29.06.1956
mit Berichtigungen bis 16.06.1955,
Repro:
© H. M.
Waßerroth
Vorgeschichte
Im Zusammenhang mit den Überlegungen zum Bau
einer etwaigen Ringbahn um Berlin im Jahr 1878
erörterte man für den Abschnitt Brandenburg
- Jüterbog eine Linienführung über Lehnin
und Brück. Auf Grund der zu erwartenden
Kosten für den Bau wurde das Projekt jedoch wieder
aufgegeben.
Um die Provinzen der Mark Brandenburg trotz
des nicht realisierten Ringbahnprojektes
weiter zu
erschließen, erwog man 1879 ein neues
Bahnprojekt, das eine Verbindung
von Rathenow nach Jüterbog vorsah.
Zwei Linienführungen wurden hierzu
bearbeitet: Einerseits die
Streckenführung über Brandenburg, Belzig
nach Jüterbog
und andererseits die Streckenführung Brandenburg-Golzow-Brück-Jüterbog.
Am 25.08.1881 stellte die Gemeinde Lehnin den Antrag, die Streckenführung
von Brandenburg über Lehnin nach Golzow und
weiter über Brück nach Jüterbog
zu prüfen. Der Kreistag Zauch-Belzig setzte
jedoch alles daran, eine Entscheidung für die
Linienführung über Belzig zu erreichen. Nach
dem Jahre andauerndem Hin und Her zur
Linienführung erließ der Potsdamer
Regierungspräsident am 07.05.1895 eine
Verfügung, mit der das schwebende
Bahnprojekt für Lehnin wiederbelebt werden
sollte. Zwischenzeitlich war in Preußen das
Gesetz über Klein- und
Privatanschlussbahnen vom 28.07.1892 in Kraft
getreten, welches für Kleinbahnen einfachere
Bau- und Betriebsvorschriften vorsah.
Der Lehniner Ortsvorstand bat am 21.08.1896 um ein Gespräch mit Vertretern der
Eisenbahndirektion in Magdeburg zum Bau
einer Eisenbahn, die über Lehnin führen
sollte. Nach dem Gespräch in Magdeburg bei
der Königlichen Eisenbahndirektion erging am
27.08. 1896
eine Mitteilung, dass die Direktion von dem
Minister den Auftrag habe, eine Linie zwischen
Treuenbrietzen und Brandenburg
der näheren Untersuchung zu unterziehen,
welche die Stadt Belzig berührt. Der Lehniner Ortsvorstand
machte deutlich, wenn der Entschluss
des Herrn Ministers an der Belziger Linie
festzuhalten unwiderruflich sei, in
Erwägung gezogen werden möchte, ob nicht
Lehnin durch eine Kleinbahnverbindung mit
Groß Kreutz dem Verkehr erschlossen werden
könnte. Lehnin gab seine Bemühungen zur Brandenburg - Brücker Verbindungen
nun endgültig auf, um sich nunmehr mit voller
Energie dem neuen Projekt zuzuwenden.
Die Lehniner Gemeindevertreter bewiesen
jetzt,
dass man alles daran setzte, um den Bau einer
Bahnlinie von Groß Kreutz nach Lehnin zum
erfolgreichen Abschluss zu bringen. Gestützt
wurde die Entscheidung zum Bau dieser
Strecke auf Grundlage des preußisches Kleinbahngesetzes
sowie auf einen ministeriellen Erlass vom
24.07.1897.
Bei der Projektierung bat das Lehniner
Eisenbahnkomitee die Firma Lenz & Co. um
Unterstützung, indem bei der Bereisung der
Gegend um Lehnin die günstigste
Linienführung von Lehnin über Nahmitz,
Damsdorf nach Groß Kreutz ermittelt wurde.
So entstand im Ergebnis ein
Erläuterungsbericht, der den detaillierten
Streckenverlauf beschrieb.
Die Bahn soll
ihren Ausgangspunkt an der Südseite des
Bahnhofs Groß-Kreutz, gegenüber dem
Empfangsgebäude an der Südseite desselben
ist der Bahnsteig der Kleinbahn gedacht, so
dass bei dieser Anordnung in allerbequemster
Weise der Übergang des Personenverkehrs von
Kleinbahn zu Hauptbahn und umgekehrt
vermittelt wird. Die Übergabe der Güter ist
an das östliche Ende des Bahnhofs
Groß-Kreutz gelegt, da dies durch die
Betriebsverhältnisse bedingt ist. Die
Kleinbahn umgeht dann das Dorf Groß-Kreutz
an dessen Westseite, nähert sich nach dem
Übergang über die Brandenburger Chaussee der
Chaussee nach Lehnin, der sie bis
etwa zur Grenze zwischen dem Gemeinde- und
Gutsbezirk Damsdorf folgt. An der
Damsdorfer Dorfstraße ist in
außerordentlich bequemer Lage zu Dorf und
Gut Damsdorf die Haltestelle Damsdorf
geplant. Zwischen Damsdorf und Nahmitz
die Strecke dem Verkehrsweg, der die beiden Dörfer verbindet. Auch
Nahmitz erhält eine Haltestelle an der
Dorfstraße in bequemer Lage zum Ort und der
benachbarten Ziegelei. Von hier aus wendet
sich die Bahnlinie dem Nahmitz-Lehniner
Verkehrsweg zu und endet in dem spitzen
Winkel, der von den Wegen nach Grebs und
nach Nahmitz gebildet wird. Die Anlage des
Endbahnhofes an dieser Stelle hat sich als
die vorteilhafteste für alle Bewohner Lehnins und das Hinterland erwiesen, wie
auch besonders für eine bequeme Gestaltung
des Ziegelverbandes. Die Gesamtkosten für
den Bau der Strecke wurden auf 696.000,00
Mark veranschlagt, also 58.000,00 Mark pro
Kilometer.
Besonders die örtlichen Ziegeleibesitzer
machten sich mit Nachdruck für den Bau der
Strecke stark, weil man damals glaubte, ohne
den Bau einer Eisenbahn ins Hintertreffen zu
geraten, da durch die Entdeckung großer
Tonlagerstätten bei Zehdenick die hiesigen
Ziegeleibesitzer unter Druck gerieten. Die
Aufschließung neuer Tonlagerstätten führte
zur Überschwemmung des Marktes mit Steinen,
so dass der Verkaufspreis den hiesigen
Ziegeleibesitzern nur noch die Selbstkosten
deckte, zumal auch durch den Wassertransport
im Gegensatz zur Eisenbahn sich die
Lieferzeit der Lehniner Ziegel erheblich
verzögerte. Außerdem wurden in Zehdenick
neue Ziegeleien gebaut, die damals mit den
modernsten Produktionstechnologien arbeiteten
und
so die Ziegeleien im Raum Brandenburg
wegen der älteren Anlagen mit der
Produktivität nicht Schritt halten konnten. Man
hoffte stattdessen durch den schnelleren
Versand per Bahn nach Berlin den Zusammenbruch der
hiesigen Ziegeleiindustrie aufhalten zu
können. Durch den Michelsdorfer Guts- und
Ziegeleibesitzer Georg Schultze, der im
Lehniner Eisenbahnkomitee saß, hatte man
einen einflussreichen Fürsprecher.
Am 01.03.1899 schloss das Eisenbahnkomitee für
den Bau der Strecke mit Philipp Balke und
Lenz & Co einen Bau- und Betriebsvertrag.
Am 19.05.1899 erfolgte dann mit einem
Stammkapital von 600.000,00 Mark die
Gründung der Lehniner Kleinbahn
Aktiengesellschaft (LeK), deren rechtliche
Grundlegungen und finanzielle Ausstattung
per Statut vom 24.07.1899 festgelegt wurde.

Stammaktie
der Lehniner Kleinbahn AG
Foto; Slg. Schammelt
Die Genehmigung zum
Bau und zum Betreiben der Strecke Groß
Kreutz-Lehnin ist vom
Regierungspräsidenten in Potsdam im Einvernehmen mit
der preußischen Eisenbahndirektion Magdeburg
am 03.08.1899 getroffen worden. Am
19.08.1899 erfolgte die Eintragung der
LeK AG in das Handelsregister.
Im Mai 1899 begannen die Bauarbeiten. Während der
Bauphase erteilte der Potsdamer
Regierungspräsident am 03.08.1899 die
Konzession zum Bahnbetrieb zunächst auf 50
Jahre,
zum späteren Zeitpunkt unbeschränkt.
Nach fünfmonatiger Bauphase, Anfang Oktober
1899 waren die letzten Arbeiten an der
Strecke abgeschlossen, am 17.10.1899
erfolgte die landespolizeiliche und
eisenbahntechnische Abnahme.
Am folgenden Tag, Mittwoch, den 18.10.1899,
hatten sich in Groß Kreutz um 13.00 Uhr
viele Gäste eingefunden.
Nach
der Begrüßung bestiegen die Ehrengäste den
festlich geschmückten Wagen des Zuges, der
sie dann nach Lehnin fuhr. Auf
den Unterwegsbahnhöfen in Damsdorf und
Nahmitz gab es kurze Aufenthalte.
Den Abschluss der
Feierlichkeiten bildete ein großes Festessen
im Lehniner Hotel Meisner. Die Plätze
konnten vorher reserviert werden. Der Preis
eines Einzelgedeckes ohne Wein soll 4 Mark betragen
haben.
Auf der LeK fuhren nur Züge der II. und III.
Wagenklasse.
Ab dem 1. April 1901 übernahm vertragsgemäß
der Berliner Bauunternehmer Philipp Balke
als Generalunternehmer die Betriebsführung.

Ansichtskarte von der Eröffnungsfeier
der Lehniner Kleinbahn im Bahnhof Lehnin am
18.10.1899
Foto; Verlag H. Zernsdorf, Belzig, Slg H.
Kröger †
Im am 22. Januar bzw. 3. Februar 1901 abgeschlossenen Vertrag
zwischen der preußischen Staatsbahn und der
LeK wurde u.a. die Befahrung der Gleise der
Preußischen Staatsbahn / später Deutschen
Reichsbahn und die Übergabe und Übernahme
von Wagen der preußischen Staatsbahn, sowie die Vergütung des Transportes
dieser Wagen auf der LeK sowie Kosten der
Instandhaltung der Gleisanlagen im Bahnhof
Groß Kreutz geregelt. Der Bahnhof Groß Kreuz
erhielt wegen seiner neuen Funktion
als Umsteigestation nach Lehnin im Jahre
1899 ein neues Empfangsgebäude, das
weiter östlich erbaut wurde.
1906 wurde ein
Gleisanschluss für das 1905 in Nahmitz
gegründete Dampfsägewerk Berkholz & Kühn
errichtet. Dadurch entwickelte sich auch der
Verkehr auf der LeK entsprechend den
Erwartungen der Aktionäre. Werktags
verkehrten fünf Zugpaare, an den Wochenenden
sechs Zugpaare, wobei in die Reisezüge auch
Güterwagen für die hiesigen Ziegeleien und
für das Nahmitzer Dampfsägewerk
eingestellt waren.
Auf Wunsch von sogenannten Kolonisten wurde 1911 zum Zwecke
günstiger Absatzmöglichkeiten ihrer land-
und obstwirtschaftlichen Erzeugnisse der
Haltepunkt Neu Bochow (damals Neubochow)
eingerichtet.

Der neue Haltepunkt Neubochow
Foto; Slg. St. Menzel

Im Bahnhof Lehnin 1912 mit Loh 1, eine
preuß. T 3 von Henschel, Kassel
Foto; Postkartenverlag H. Haak Slg.
Kreismuseum Genthin
Trotz Höhen und Tiefen der letzten Jahre,
die die LeK relativ glimpflich überstanden
hatte, folgte kurz nach dem Ende
des Ersten Weltkrieges der Ausbau des
Bahnhofsgebäudes in Lehnin und die Verlegung
des Haltepunktes Damsdorf um ca. 600 Meter
in Richtung Groß Kreutz. Hierfür erbaute man
im Jahre 1920 eine neue Wartehalle in
Damsdorf.
Große Einschnitte brachte die Inflation mit
seiner rasanten Geldentwertung.
Daher schränkte der Betriebsführer, das
Landesverkehrsamt der Provinz Mark
Brandenburg, seit 01.07.1920 Betriebsführer, den Bahnbetrieb ein. Im
Winterhalbjahr des Jahres 1922/23 verkehrten
täglich nur ein bis zwei Zugpaare,
an den Wochentagen konnte bei der Lek der
Betrieb mit drei Zugpaaren aufrecht erhalten
werden. Vom Spätsommer 1923 bis 29. Februar 1924
stellte die LeK am Sonntag den Betrieb ganz ein.
Erst durch die Intervention des damaligen Aktionärs Georg Schultze konnte eine
drohende Stilllegung der LeK
abgewendet werden.
Nach Ende der Rezession wurde im Zuge der
Währungsreform die Höhe des Grundkapitals
und der Aktien im Statut der LeK neu
festgelegt. Das Grundkapital betrug nun
420.000 Reichsmark, aufgebracht durch
Ausgabe von 600 Stück auf den Inhaber
lautende Stammaktien.
Bald plante die LeK zahlreiche
Projekte, die bei Realisierung das Netz der
Kleinbahn erheblich erweitert hätten. So gab
es ein Bahnprojekt, wie im Generalanzeiger für das
Havelland vom 13. August 1925 berichtet,
welches
den Bau einer Strecke von Brandenburg nach Lehnin
vorsah, so wie es das Eisenbahnkomitee im Jahre
1878 favorisierte. Die Zweigstrecke sollte
in Nahmitz in die LeK einmünden. An der
sogenannten Reiherheide war der Bau eines
neuen Bahnhofs Nahmitz geplant, an dem
Kreuzungspunkt der LeK mit der Lehnin-Nahmitzer
Chaussee. Die Kosten wollte der
Fabrikantenverein Brandenburg, der dieses
Projekt vorantrieb, übernehmen. Letztlich blieb dieses
Vorhaben in der Planungsphase.

25-Jahrfeier der Lehniner Kleinbahn im
Bahnhof Lehnin 1924
Foto; Slg H. Kröger †
Auf der
Grundlage dieses Bahnprojektes von
Brandenburg nach Lehnin verfolgte die LeK ab
März 1928 den Bau eines Anschlussgleises zum
Ziegeleigut Netzen, um eine Steigerung der
Rentabilität infolge eines erhöhten
Verkehrsaufkommens zu erzielen.
Nach dem Bericht für den Bau dieses
normalspurigen Anschlussgleises von der
Kleinbahnstrecke zum
Ziegeleigut Netzen sollte das
Anschlussgleis in einer Entfernung
von 1.375 m vor dem Bahnhof Lehnin
abzweigen. Die Einbindung in die
Stammstrecke sollte so angelegt sein, dass
die Bedienung von Lehnin aus erfolgt.
Über die Gründe, warum das Bahnprojekt nicht
weiterverfolgt wurde, geben die Akten keinen
Aufschluss.
Zum Ende der 1920er Jahre traten der
Vorstand der LeK und der Magistrat der Stadt
Berlin zusammen, um über den Bau eines
Anschlussgleises in Damsdorf zu beraten.
Dazu wurde nach einem Schreiben vom
17.12.1929 u.a. die Forderung gestellt,
hinter dem Haltepunkt Damsdorf (von Groß
Kreutz aus) ein mit einer
Rechtsweiche nach Westen abzweigendes und an
dem früheren Gut endendes Anschlussgleis zu bauen.
Nach mehreren Änderungen, diverser Probleme
bei der Ausführung und Beseitigung von
Mängeln erklärte sich der Potsdamer
Regierungspräsident am 15.02.1932 mit der
Abnahme einverstanden. Der Weltwirtschaftskrise
Rechnung tragend entschloss man sich
verbunden mit dem Rückgang des
Güterverkehrs unter diesen Umständen den
geplanten Güterschuppenanbau auf unbestimmte
Zeit zu verschieben. Aus dem gleichen Grund
wurde auch auf die Versetzung der hölzernen
Wartehalle und der hierzu erforderlichen
Bahnsteigverlängerung Abstand genommen. In
einem Abschlussschreiben vom 02.04.1938
wurde dann bekräftigt, dass nach langen
Verzögerungen der vollständigen Ausführung
des Vorhabens es seitens aller Beteiligten
zweckmäßiger war, das Freiladegleis als
Anschlussgleis nach Südwesten zu verlängern
sowie einen neuen Verlade- und Lagerschuppen
am Südwestende im Haltepunkt Damsdorf zu
errichten, da sich die alte Scheune nicht
für einen Umbau eignete.

Kleinbahnzug im Bahnhof Groß Kreuz
Foto; Slg. St. Menzel
Beim
Oberbau der Lehniner Kleinbahn wurde bei der
Herstellung der Bahn im Jahre 1899 ein Raddruck von 6,5 t
zu Grunde gelegt. Im Laufe der Jahre war die Deutsche
Reichsbahn-Gesellschaft, in deren Wagenpark
die Lehniner Kleinbahn ihre sämtlichen
Güterwagen eingestellt hatte und von der sie mit Güterwagen versorgt wurde,
allgemein zum 20 t-Güterwagen übergegangen.
Ein beladener 20 t- Wagen übte einen Raddruck
von 8 t aus, der für 6,5 t vorgesehene
Oberbau der Lehniner Kleinbahn war somit
diesem Raddruck nicht mehr gewachsen.
Infolgedessen hat die Reichsbahndirektion
Magdeburg in ihrer Eigenschaft als
eisenbahntechnische Aufsichtsbehörde
gefordert, den Oberbau der Kleinbahn so zu
verstärken, dass er einen Raddruck von 8 t
verträgt.
Im Schreiben der
Landesverkehrsdirektion Brandenburg vom
29.09.1932 an die Preußische
Kleinbahnaufsicht der Reichsbahndirektion
Berlin wurde die Mitteilung gegeben,
dass
nunmehr die Übergabegleise auf Bahnhof Groß
Kreutz einschl. Weichen, soweit diese
von Reichsbahnlokomotiven befahren werden,
mit Schienen der preuß. Form 8, ansonsten in preuß. Form 6 umgebaut
worden seien. Der Umbau des durchgehenden
Hauptgleises einschl. der darin liegenden
Weichen in preuß. Form 6 sei ebenfalls restlos
erledigt. Nur die Nebengleise in einer
Gesamtlänge von rd. 970 m, die nur wenig
beansprucht werden, haben noch den alten
Oberbau mit Schienen der preuß. Form 5. Der Umbau dieser Gleise in
preuß. Form 6 sollte, wenn nötig und genügend
Geldmittel vorhanden sind, im Laufe der
nächsten Jahre ausgeführt werden.
Während und nach der Sanierung verkehrten in
den 1930er Jahren täglich vier Zugpaare, die
am Sonntag in den Monaten vom März bis
Oktober durch ein weiteres Zugpaar ergänzt
wurden. Die Zahl der beförderten Personen
betrug 1930 insgesamt 105.427 Reisende. Die
beförderten Güter betrugen im
Jahre 1930 insgesamt 47.362 Tonnen. Gegenüber
dem Vorjahr mit 76.225 Tonnen war das ein
Minus
von 28.836 Tonnen was auf den Ausfall
umfangreicher Transporte von Mauersteinen
und Dünger zurückzuführen war.

Haltepunkt Nahmitz mit Gasthaus von
Friedrich Vogel 1928
Foto; Slg H. Kröger †
1934 gab es
erste Gespräche zwischen der Oberbauleitung
der Reichsautobahnen und Vertretern der LeK
sowie der Preußischen Kleinbahnabteilung der
Reichsbahndirektion Berlin, dass laut Plan
eine Brücke der Reichsautobahn
Berlin - Hannover die Strecke der LeK über dem
Haltepunkt Nahmitz kreuzen wird.
Im August 1934 stimmte die Preußische
Kleinbahnabteilung der technischen
Ausführung zu. Die Berliner Firma Wittkop AG
war nach Vergabe des Bauloses für den Bau
der Autobahnbrücke über dem Haltepunkt
Nahmitz und über den Emsterkanal zuständig.
Für die Zeit des Autobahnbaus erhielt der
Haltepunkt Nahmitz ein 3. Gleis für den An- und
Abtransport von Baumaterial. Außerdem
kreuzte eine Feldbahn in 900 mm Spurweite für
den Autobahnbau die LeK.
Bis Spätsommer 1936 waren die Arbeiten am
Überführungsbauwerk der Reichsautobahn
vorschriftsmäßig abgeschlossen, so ein
Schreiben vom 16. Juli 1936 der
Betriebsverwaltung der LeK an den
Reichsbevollmächtigten für Bahnaufsicht,
sodass nach der Eröffnung des Abschnittes
Berlin - Magdeburg am 17. 08,1936 durch den,
Generalinspektor für Straßenwesen Fritz Todt
(später Reichsminister für Bewaffnung und Munition),
bis November 1936 die Gleisanschlussanlagen
der Baufirmen im Haltepunkt Nahmitz
zurückgebaut werden konnten und der normale
Kleinbahnbetrieb auf der LeK zurückkehrte,
wie ein Schreiben des Landesverkehrsamtes
Brandenburg vom 14.11.1936 an die
Bahnaufsicht in Berlin belegt.

Autobahnbau bei Göhlsdorf
Foto;
Slg Gramse
In der Aufsichtsratssitzung
der LeK am 19. 01.1937 war u. a. der Einsatz eines Triebwagens zwischen
Groß Kreutz und Lehnin Thema. Einige Mitglieder
votierten für den Umbau des vorhandenen
vierachsigen Personenwagens der Waggonfabrik
Wismar aus dem Jahre 1932 in einen
Triebwagen, andererseits wurde auch der Kauf
eines neuen Triebwagens erwogen. Nach
eingehender Prüfung über die Beschaffung
eines neuen Triebwagens bzw. den Umbau des
vorhandenen Personenwagens kam der
Aufsichtsrat zum Ergebnis, von der
Beschaffung eines Triebwagens abzusehen. Es
war hierbei zu berücksichtigen, dass die
Kleinbahn für die Bedienung des
Güterverkehrs ohnehin täglich eine
Lokomotive brauchte und nur verhältnismäßig
wenige Dampfzüge durch Triebwagenzüge
ersetzt werden könnten. Infolgedessen seien
auch die Vorteile eines etwaigen
Triebwagenbetriebes nur verhältnismäßig
gering.
Daher wurde nunmehr daran gedacht, auf der
Lehniner Kleinbahn eine Diesellokomotive
einzusetzen. Es handelte sich um eine
Lokomotive, die seit etwa einem Jahr mit
gutem Erfolg in Bezug auf eine Betriebsstoffkostenersparnis
auf der Kleinbahn Freienwalde-Zehden lief.
Infolge einer zu erwartenden starken
Verkehrssteigerung werde die
Diesellokomotive jedoch für die Kleinbahn
Freienwalde-Zehden künftig zu schwach sein
und voraussichtlich durch eine
Dampflokomotive ersetzt werden müssen. Es
war deshalb beabsichtigt, die
Diesellokomotive, die sich sowohl für die
Personen, als auch für den Güterverkehr
eignete, zunächst versuchsweise im Austausch
gegen eine Dampflokomotive auf der Lehniner
Kleinbahn einzusetzen. Im Falle der
Bewährung sollte die Diesellokomotive dann ggf.
käuflich erworben und eine
Dampflokomotive an die Kleinbahn Freienwalde
- Zehden veräußert werden. Der Austausch
könne selbstverständlich erst vorgenommen
werden, wenn die Diesellokomotive bei der
Kleinbahn Freienwalde-Zehden entbehrt werden
kann. In Vorbereitung eines
Triebwageneinsatzes wurde eine Erhöhung der
Streckengeschwindigkeit der LeK vorgesehen.
Am 14.05.1936 genehmigte das
Reichsverkehrsministerium die Erhöhung der
Streckengeschwindigkeit, jedoch mit der
Ausnahme, an unbeschrankten Bahnübergängen
die Höchstgeschwindigkeit herabzusetzen.

Bahnhof Lehnin 1939
Foto; Slg H. Kröger †


Typischer Kleinbahnzug mit Lok 02-40 (ex
2II)
im Haltepunkt Nahmitz vor Weiterfahrt nach
Lehnin, um 1940
Foto; Slg.
OKR
Im Jahr 1944 plante das
Reichswirtschaftsministerium - Referat
Steine und Erden - ein Anschlussgleis, das
vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs
umgesetzt werden sollte. Hierzu fand am 28.07.1944 in Berlin ein Vorgespräch statt,
um Details über das Anschlussgleis für die
Anfuhr von Baustoffen und Wegebefestigungen
(Schlacke) zu erörtern. Das Gleis sollte
maximal für sechs Monate gebraucht werden
und nicht länger bestehen.
Wegen der fehlenden Aktenlage konnte nicht
nachgezeichnet werden, ob das
Reichswirtschaftsministerium in den letzten
Kriegstagen ein entsprechendes Anschlussgleis für sechs
Monate erbauen ließ.
Mitte April 1945
waren die Auswirkungen der näher rückenden
Front absehbar. Die
Züge auf der Strecke Berlin-Magdeburg
fuhren unregelmäßig, so dass fahrplanmäßige
Anschlüsse nicht mehr bestanden.
Die Brücke der LeK über den Emsterkanal
wurde beiderseits mit Panzersperren
versehen, damit bei Anrücken der Roten
Armee eine Sprengung unverzüglich erfolgen
konnte. Am 22.04.1945 um 6.00 Uhr traf
ein Flüchtlingszug der Altlandsberger
Kleinbahn mit Bahnpersonal dieser Bahn
und Flüchtlingen aus Altlandsberg in Lehnin
ein. Am 23.04.1945 gab man der
Bevölkerung bekannt, dass die Rote Armee
über Beelitz auf Lehnin marschiert. In
Anbetracht der anrückenden Roten Armee floh
die Bevölkerung in die Wälder oder nach
Brandenburg. Ein Teil des Bahnpersonals der
LeK bereitete die Flucht mit Fahrzeugen der
LeK vor. Um unbeschadet über die Emster
fahren zu können, bat man den Kommandanten des
Sprengkommandos der Wehrmacht in Nahmitz, die
Brücke über die Emster nicht zu sprengen.
Doch der Einwand, den Vertreter der Bahn
gegenüber dem kommandierenden Offizier des
Sprengkommandos erhoben, hatten keinen
Erfolg. Es wurde lediglich erreicht, dass
die Sprengung der Brücke bis 14.15 Uhr
unterblieb. Bis dahin mussten der Zug der Altlandsberger Kleinbahn und
der
Flüchtlingszug der LeK über die Brücke
gefahren sein. Die beiden Züge verließen um
13.00 und 13.30 Uhr den Bahnhof Lehnin. Mit
den Bahnpersonalen in Groß Kreutz war
verabredet worden, dass beide Züge über
Brandenburg nach Rathenow weitergeleitet
werden. Neben einer Leihlok von der
Brandenburgischen Städtebahn AG bestand der
Zug der LeK aus einem mit Kohlen beladenen G-Wagen,
einem kombinierten Post- und Gepäckwagen
sowie drei Personenwagen, von denen zwei
Personenwagen bei km 10,0 auf der LeK
abgekoppelt werden mussten. Der
Flüchtlingszug der LeK erreichte
Brandenburg, danach wurde die Leihlok der
Brandenburgischen Städtebahn AG abgekoppelt,
die beiden Wagen der LeK gelangten mit
Bahnpersonalen auf Umwegen zur Südstormanischen Kreisbahn.
Nach der Durchfahrt
der beiden Flüchtlingszüge sprengte die
Wehrmacht auf der LeK einige
Streckenabschnitte. Die Brücke über die
Emster sollte auch gesprengt werden, jedoch
misslang die Zerstörung der Brücke infolge
der mangelhaft ausgeführten Sprengung. Die
Schäden waren so geringfügig, dass man sie
mit eigenen Mitteln später beseitigen konnte.
Am 23.04.1945
trafen gegen 13.45 erste Verbände der Roten
Armee in Lehnin ein und besetzten umgehend
den Bahnhof. Die ersten Kommandos zerstörten
die Fernsprecher und durchsuchten die
Dienst- und Privaträume. Auch in den
nachfolgenden Tagen war der Bahnhof von
Rotarmisten besetzt, denen sich zwangsverschleppte Ausländer anschlossen.
Hierbei wurden alle Räume, Keller,
Stallungen und sonstigen Gelasse durchsucht
und geplündert. In diesem Tagen holten
Kommandos der Roten Armee alle Vorräte an
Kohlen, Öl, Putzwolle, Eisen,
Handwerkszeuge, Schwellen und sonstige
Betriebs- und Werkstoffvorräte ab. Außerdem
randalierte man im Bahnhofsgebäude der LeK.
Es sind in den unteren Räumen sämtliche Türen,
Fenster, Schränke, Tische, Stühle und
dergleichen mitgenommen worden. Ebenso nahmen
Rotarmisten die Fenster der Personenwagen
sowie Türen und Fenster aus dem Lokschuppen,
dem Gefolgschaftshaus und anderen
Nebengebäuden mit. Erst Mitte Mai 1945
traten wieder geordnete Verhältnisse ein.
Nach einer ersten Prüfung sind
durch Kriegseinwirkungen an allen Hochbauten
der LeK an Türen und Fenstern Schäden
entstanden, die zwischenzeitlich wieder
beseitigt wurden. Die Beseitigung der
restlichen Schäden war infolge des
Materialmangels erst einmal nicht möglich,
obwohl es sich durchweg um Schäden leichter
Art handelte. Wesentliche Zerstörungen oder
Beschädigungen, so das Prüfprotokoll der LeK
vom 10.04.1946, waren an den Hochbauten,
Brücken und Durchlässen nicht eingetreten.
Auch die Gleisanlagen waren kaum beschädigt
worden. Es handelte sich lediglich um einige
Schienensprengungen oder Schäden, die vom Überfahren mit
Panzern herrüherten. Die Gleisschäden
hatte man mit eigenen Mitteln behoben,
so dass die gesamte Strecke bis September
1945 im vollem Umfang wieder betriebsfähig
war. Gleisdemontagen für
Reparationsleistungen gab es bei der LeK
nicht.
Nach Ende
des Zweiten Weltkrieges wurde die LeK
treuhänderisch verwaltet, da die neue
Landesverkehrsdirektion der Provinz Mark
Brandenburg als Betriebsführer nur bedingt
arbeitsfähig war. Parallel zur Übergabe der
Betriebsführung der LeK an die
Provinzialverwaltung genehmigte der Lehniner
Ortskommandant der Roten Armee am
14.09.1945, den Betrieb zwischen Groß Kreutz
und Lehnin wiederaufzunehmen. Seit dieser
Zeit verkehrten an fünf Tagen in der Woche
(Montag, Dienstag, Freitag, Sonnabend und
Sonntag) täglich zwei Zugpaare. Mittwochs
und Donnerstags fuhren keine Reisezüge, nur im
Bedarfsfall Güterzüge. Die Entscheidung an
diesen Tagen keine Züge planmäßig fahren zu
lassen, wurde zur Kohleneinsparung getroffen, ferner war zu
dieser Zeit nur ein Zugpersonal bei der LeK
tätig, denen man die erforderlichen Ruhetage
gewähren wollte. In der Zeit vom 13.10.1945 bis
09.11.1945 musste infolge Kohlenmangels die Betriebseinstellung der
LeK verfügt werden.
Die Personenzüge fuhren damals mit
zwei Personenwagen, ein dritter
Personenwagen stand für Verstärkungen
bereit. Die Züge waren zum damaligen Zeitpunkt durchweg gut besetzt.

Ausschnitt
Reichsbahn-Kursbuch Sowjetische
Besatzungszone vom 04.11.1946
Repro: H. M. Waßerroth
Die LeK wurde der
seit dem 01.10.1945 gegründeten
Provinzialeisenbahndirektion Mark
Brandenburg unterstellt. Diese Entscheidung
wurde durch den Befehl Nr.124 der
Sowjetischen Militäradministration in
Deutschland (SMAD) vom 30.10.1945, der die
entschädigungslose Enteignung aller
Institutionen, die Nationalsozialisten
gedient hatten, verfügt. Mit der Enteignung
der LeK ließ sich noch leichter die Fusion
zu einer Landeseisenbahngesellschaft
bewältigen. So fasste die Landregierung der
Provinz Mark Brandenburg ohne Rücksicht auf
die Eigentumsverhältnisse alle nicht zur DR gehörenden Bahnen in
einer Verwaltung zusammen. Zu diesem
Zweck verwandelte man am 01.10.1946 das
Landesverkehrsamt Brandenburg in die
Generaldirektion der Provinzialbahnen der
Mark Brandenburg. Die LeK blieb als
eigenständige Bahn vorerst erhalten. Dass
die bürokratischen Vorgänge sehr langlebig
sein können, verdeutlicht ein Schreiben des
Amtsgerichtes Werder vom 20.05.1952 an das
Brandenburgische Innenministerium. Demnach
erfolgte die Löschung der LeK erst am 21.03.1952 aus dem Handelsregister, nachdem der
Brandenburgische Innenminister am 17.03.1952
diesbezüglich ein Ersuchen zur endgültigen
Löschung der LeK aus dem Handelsregister
stellte.
Zum 01.04.1949 übernahm die Deutsche
Reichsbahn die Verwaltung und Nutznießung
dieser Privat- und Kleinbahnen, resp.
die Strecke Groß Kreutz - Lehnin. Den
Betriebsmaschinendienst in Lehnin
unterstellte die DR zum 01.01.1950 als Lokbahnhof dem
Bahnbetriebswerk Brandenburg Altstadt (ab
1957 dem Bw Brandenburg). Einhergehend mit
der Übernahme wurde die
Generaldirektion der Provinzialbahnen der Mark Brandenburg im Zuge
der Übergabe der Privat- und Kleinbahnen
aufgelöst.

Der Lokschuppen im Bahnhof Lehnin, heute
befindet sich darin nach Umbau die
Bahnhofsapotheke
Foto; Slg H. Kröger †
Die DR ordnete nach der
Übernahme der LeK die Strecke unter der
Nummer 149 ein und führte den Streckenbetrieb
nach der Betriebsvorschrift (BNd - DV 437,
abgelöst ab 01.10.1959 von der
Dienstvorschrift für den vereinfachten
Nebenbahndienst VND - DV 437,)
durch. Auf der gesamten Strecke waren keine
Trapez- und H-Tafeln vorhanden, die Weichen
an den Haltepunkten Neu Bochow, Damsdorf,
Nahmitz und dem Bahnhof Lehnin waren unbeleuchtet.
Die Züge durften alle unbeschrankten
Bahnübergängen an den Haltepunkten mit einer
maximalen Geschwindigkeit von 15 km/h
befahren. Groß Kreutz war der Zugleit- und
Unfallmeldebahnhof. Von dort koordinierte
der Fahrdienstleiter den
Streckenbetrieb auf der gesamten Strecke
nach Lehnin. Als Zuglaufstellen waren die
Haltepunkte Neu Bochow, Damsdorf, Nahmitz
und der Bahnhof Lehnin ausgewiesen, die
entsprechend den Ausführungsbestimmungen zur
BNd Heft 3 für die Strecke 149 nach §3 unbesetzt waren.
Nach der Ankunft des letzten Zuges trat
Dienstruhe auf der Strecke ein. Zwischen
Lehnin und Groß Kreutz verkehrte nur ein Wagenzug
und planmäßige Kreuzungen fanden nicht statt. Der rege Eisenbahnverkehr in
den 1950er und 1960er Jahren hindurch
umfasste
pro Tag bis zu fünf Zugpaare. Dass
dieser hohe Bedarf bei der Bevölkerung zu
verzeichnen war, lag u.a. am verbotenen
Warenaustausch zwischen der DDR und
Westberlin.
Der Ausbau der regionalen Omnibuslinien ab
Mitte der 1950er Jahre führte zum langsamen Bedeutungsverlust der Strecke
Groß Kreutz - Lehnin. So beförderten die
privaten Omnibusbetriebe Fritz Behrendt aus
Lehnin und Gustav Wetzel aus Cammer die
Fahrgäste in kurzer Zeit nach Brandenburg
und Potsdam. Im Verlauf des
Winterfahrplanes 1963/1964 wurde der
Reiseverkehr weiterhin eingeschränkt. Nach
der weiteren Ausdünnung des Reiseverkehrs
verkehrte nur noch ein Zugpaar.

Neu aufgebauter Vomag Magirus von 1944
mit Firmengründer Fritz Behrend im Jahr 1954
Foto; Slg St. Menzel
Auch im Güterverkehr kamen Veränderungen.
Statt die einzelnen Stückgüter per
Güterwagen zu den Orten rings um Brandenburg
zu befördern, wurde der Brandenburger
Güterbahnhof zum Knotenzentrum ausgebaut.
Künftig wurden alle Stückgüter von
Brandenburg mit dem Lastwagen zu ihren
Bestimmungsorten transportiert. Daher wurde
ab 1964 der Wagenladungsverkehr in Neu
Bochow eingestellt und diese Betriebsstelle
aus dem Gütertarifbahnhof gestrichen.
Außerdem verfügte die DR wegen des schlechten Oberbaus
ab dem 15.03.1964 mit der Linie D-100
einen Schienenersatzverkehr auf der
Strecke Groß Kreutz-Lehnin einzurichten,
der vom Omnibusbetrieb Fritz Behrendt
gefahren wurde. Diese Linie, die als
Zubringer eingerichtet war, erwies sich
aber als
nicht rentabel und wurde wieder
eingestellt. Um eine Lösung für die
Personenbeförderung zu finden, richtete
der VEB Verkehrsbetriebe Brandenburg ab
dem 09.11.1964 einen Linienbetrieb
zwischen Groß Kreutz und Lehnin ein. Ab
31.05.1964 setzte die DR für die gesamte
Strecke wegen Oberbaumängel die
Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h auf 20
km/h herab.
Ein knappes Jahr später vollzog die
DR endgültig den
Verkehrsträgerwechsel, der
Personenverkehr auf der Strecke wurde
zum 19.12.1965 endgültig
eingestellt. Sämtliche Leistungen des
öffentlichen Nahverkehrs nach
Brandenburg gingen um 0.00 Uhr an den
VEB Verkehrsbetriebe Brandenburg.

Vorletzter Fahrplan vom 30.05.1965
bis 25.09.1965
Repro: H. M. Waßerroth

Bahnhof Lehnin kurz vor der
Betriebseinstellung, links unten im Bild ist
das Feldbahngleis zu den Ziegeleien zu
sehen,
Foto; Slg H. Kröger †
Es verblieben nur noch zwei
Nahgüterzüge, die ohne Zugbegleitpersonal
fuhren. Ein Streckenrangierleiter behandelte
die Züge an den Haltestellen und im Bahnhof
Lehnin rangierdienstlich, der Lokführer
übernahm die Aufgaben des Zugführers.
Wegen der geplanten Stilllegung
beschränkte die DR die Instandhaltungen
an der Strecke auf das Notwendigste, zumal
die Ziegelproduktion in Lehnin und Rädel in
den 1960er Jahren eingestellt wurde. Mit dem
Verschwinden der Ziegelindustrie war der
Streckenerhalt nicht mehr gerechtfertigt, so
dass selbst das Sägewerk, das in der DDR
unter dem Namen VEB Vereinigte Holzindustrie
Potsdam-Mitte, Sitz Nahmitz betrieben wurde,
als letzter Bahnkunde mit dem weiteren
Ausbau des Güterkraftverkehrs seine
Transporte auf die Straße verlegen musste.
So konnte der Beschluss gefasst werden, die
Strecke am 09.10.1967 stillzulegen.
Anlagen
Die
größte Steigerung betrug 1:50, der kleinste
Krümmungshalbmesser 450 m. Von der gesamten
Streckenlänge lagen 8,086 km in der Geraden und
3,864 km in Gleisbögen. Die Länge der
horizontalen Abschnitte betrug 5,203 km,
die Länge der Steigungen/Gefälle insgesamt 6,697 km.
Laut Geschäftsbericht des Jahres 1930 hatte
die LeK insgesamt 39 Brücken und
Durchlässe, darunter waren eine Brücke mit
20 Metern Länge (über den Emsterkanal in
Nahmitz), eine Brücke mit 2,5 Metern
Länge sowie ein Rohrdurchlass von einem
Meter, sieben Rohrdurchlässe von 0,50 Meter
und 29 Rohrdurchlässe von 0,30 Meter
Durchmesser. Die Anzahl der niveaugleichen
Bahnübergänge lag im Jahre 1930 bei
insgesamt 41.

Streckenband der
Kleinbahn Groß Kreutz - Lehnin mit
Krümmungsbild und Gradiente,
Repro:
© H. M.
Waßerroth
Neben dem Bahnhof in Lehnin als
Betriebsmittelpunkt besaß die LeK bis zur
Stilllegung Zwischenstationen für den
Personen- und Güterverkehr in Nahmitz,
Damsdorf und Neu Bochow. Zu den Bahnanlagen
in Lehnin gehörten ein Bahnhofsgebäude mit
Bahnhofswirtschaft und zwei Dienstwohnungen,
ein zweiständiger Lokschuppen, dessen Tore
im Jahre 1936 auf 4,0 Meter verbreitert und
auf 4,80 Meter erhöht wurden, ein Güterschuppen,
ein Abortgebäude, eine
Wasserversorgungsanlage, eine Kopf- und
Seitenrampe, einen Materialschuppen, eine
Fuhrwerkswaage, eine Entseuchungsanlage und
eine Gleiswaage für 25 Tonnen Tragfähigkeit,
die 1938 durch eine neue Gleiswaage mit
einer Tragfähigkeit von 50 Tonnen ersetzt
wurde. Am
31.10.1938 erfolgte die Eichung und
Inbetriebnahme der neuen Gleiswaage. Auf den
Stationen Nahmitz, Damsdorf und Neu Bochow
befanden sich offene Wartehallen sowie
Güterschuppen, die zum Teil in
Ziegelfachwerk errichtet waren.

Güterschuppen am Haltepunkt Neu Bochow
Foto; Slg. St. Menzel
Der ursprüngliche
Oberbau bestand bis zur Erneuerung Ende der
1920er bzw. Anfang der 1930er Jahre aus
Vignolschienen mit 24,39 kg/m (preuß Form 5)
auf 12 hölzernen
Querschwellen, die in einer
Kiesbettung lagen. Ab 1927 erfolgte der
Umbau der Schienen auf die preuß. Form 6.
mit 33,34 kg/m und eine
Länge von 12 Meter bzw. 15 Meter. Mittels
Hakenplatten und Schrauben waren die
Schienen auf 18 bzw. 22 kiefernen,
imprägnierten Schwellen befestigt. Die Zahl
der Weichen auf der LeK betrug 25, und zwar
21 der in der preuß. Form 5 und vier der
preuß. Form 6. Auf dem Bahnhof in Groß
Kreutz lag 1931 als Überführungsgleis eine
doppelte Kreuzungsweiche der preuß. Form 8,
die durch Vertrag vom März 1901 zur Hälfte
der preußischen Staatsbahn bzw. Deutschen
Reichsbahn und zur anderen Hälfte der LeK
gehörte.
Für die Verständigung der Bahnhöfe verwendete man bei
der LeK eine Fernsprechdoppelleitung. Alle
Bahnhöfe und Haltepunkte waren mit
Fernsprechapparaten ausgestattet,
zusammen besaß die LeK im Jahre 1930 insgesamt fünf
Fernsprechstationen.
Fahrzeuge
Für den
Betriebseinsatz ab 18.10.1899 setzte
die LeK zwei Dampflokomotiven der
preußischen Gattung T3 ein, die nach dem
Musterblatt M III-4e bei der Firma Henschel
in Kassel mit den Fabriknummern 5356 und 5357 erbaut und als Lok 1 und Lok 2
bezeichnet wurden. Diese Lokomotiven wurde
abwechselnd vor Personen- und Güterzügen
der LeK bis Ende der 1920er Jahre
eingesetzt. Neben dem Oberbau erfolgte
sukzessiv auch die Modernisierung der
Betriebsmittel. Im Zuge der
Modernisierung der Bahn- und Betriebsanlagen
wurde Lok 2 wegen des hohen Betriebsalters
am 04.02.1929 außer Dienst gestellt und am 02.05.1929
an den
Berliner Schrotthändler Erich am Ende
übergeben. Im
Gegenzug kaufte die LeK eine gebrauchte
dreiachsige Nassdampf-Tenderlokomotive, die
unter der Fabriknummer 2723 im Jahre 1911
bei der Lokomotivfabrik Hohenzollern erbaut
wurde und sich bis September 1928 im
Eigentum der städtischen Hafenbahn Krefeld
befand. Am 28.03.1929 erfolgte die
Probefahrt der Lok, die später als Lok 2II
bei der LEK eingereiht wurde. Bis 1931
erfolgte die Ausmusterung der zweiten
preußischen T3, die als Lok 1 auf der LeK im
Einsatz war. Als Ersatz für diese Lok erwarb die LeK von
der Kleinbahn Gransee - Neuglobsow die
Lok Nummer 1, die bei Orenstein & Koppel
unter der Fabriknummer 12158 im Jahre 1930
erbaut wurde und am 02.08.1930 eine
Probefahrt von Neuruppin bis Karwe anstandslos
absolviert hatte. Offen bleibt in
diesen Zusammenhang, ob Lok 1 auf der
Kleinbahn Gransee - Neuglobsow im Einsatz war
oder nach kurzer Zeit von der LeK gekauft
wurde. Die Lok 1II behielt ihre
ursprüngliche Betriebsnummer auch bei der LeK. Erst mit der Vergabe eines
einheitlichen Nummernsystems bei den
Kleinbahnen in der Provinz Mark Brandenburg
ab dem 01.02.1943 erfolgte die
Umbenennung der beiden Lokomotiven. So
erhielt Lok 1II die Nummer 02-40,
Lok 2II bekam die Nummer 02-20
zugewiesen.
|
Bahn-Nr.
|
Hersteller
|
Baujahr
|
Fabr.-Nr.
|
DR-Nr.
|
Bemerkungen
|
|
1
|
Henschel
|
1899
|
5356
|
-
|
Verkauf am 02.05.1929 an Erich
am Ende, Berlin
|
|
2
|
Henschel
|
1899
|
5357
|
-
|
Verkauf 1931 an Erich am Ende,
Berlin
|
|
2II
|
Hohenzollern
|
1911
|
2723
|
89 6301
|
März 1912 an städt.
Hafenbahn Krefeld,
1928 an
Landesverkehrsdirektion
Brandenburg,
am 05.06.1929
an LeK,
ab 01.02.1943 LVA
02-20,
1957 verkauft an VEB,
01.04.1965
z-gestellt, 16.01.1965
ausgemustert,
05.06.1965
verschrottet im Raw Halle/Saale
|
|
1II
|
O&K
|
1930
|
12158
|
89 6676
|
1930 an Kleinbahn Gransee - Neuglobsow als Lok 1,
ab 01.07.1931
an LeK,
ab 01.02.1943 LVA 02-40,
18.02.1950
nach Unfall abgestellt,
30.10.1951
verkauft an LOWA Wildau, ab 1963
beim VEB Baustoffkombinat
Bitterfeld, Werk Köstritz,
Werkteil Stendnitz als Werklok
2, danach Verkauf als Werklok an
das Werk Dornburg/Saale, Einsatz
bis 1965
|
Übersicht der Lokomotiven der LeK

Lok 1II
der Lehniner Kleinbahn
Foto; Slg. Richter
Kleine Reparaturen
erfolgten konnten in Lehnin vorgenommen
werden, für größere Reparaturen
mussten alle Fahrzeuge der LeK zu
Eisenbahnhauptwerkstätten in Brandenburg,
Perleberg und Müncheberg/Mark. Hier wurden
sie untersucht und
instandgesetzt.
Da genannte
Eisenbahnhauptwerkstätten im Jahre 1940
fremde Arbeiten nicht übernehmen konnten,
weil sie mit eigenen Arbeiten überlastet
waren, erklärte sich u.a. die Köthener
Kesselfabrik Kurth bereit, die Untersuchung
der abgestellten Lok 2II
zu
übernehmen. Wegen der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h konnte Lok
2II nicht in Güterzügen der
Deutschen Reichsbahn eingestellt werden und
sollte daher verladen werden. Da auf dem
Kleinbahnhof in Lehnin die Verladung nicht
geschehen konnte, weil dort keine geeigneten
Verladevorrichtungen vorhanden waren, musste
Lok 2II mit eigener Kraft nach
Köthen überführt werden. Hierfür erbat das
Landesverkehrsamt Brandenburg bei der
Reichsbahndirektion Berlin eine entsprechende Genehmigung.
Wenn ein bzw. die beiden
Lokomotiven der LeK sich in den
Hauptwerkstätten befanden, musste die LeK
u.a. bei der Brandenburgischen Städtebahn AG
eine Lok anmieten. Laut Statistik vom 01.04.1945 befanden sich beide Lokomotiven
der LeK in der Hauptwerkstatt in Brandenburg
Altstadt. Um den Fahrbetrieb auf der LeK
aufrechtzuerhalten, kam ersatzweise Lok 1-60
(AEG 1929/4391, spätere 91 6484) der
Brandenburgischen Städtebahn AG zum Einsatz.
Während der letzten Kriegstage stand Lok
1-60 bei der LeK im Dienst und gelangte am
23.04.1945 mit einem Flüchtlingszug von
Lehnin nach Brandenburg Neustadt (später
Brandenburg Hauptbahnhof). Als die Lok in
Brandenburg ankam, wurde sie vom
Flüchtlingszug getrennt und an die
Brandenburgische Städtebahn AG
zurückgegeben.
Nachdem Ende des Zweiten
Weltkrieges verblieben beide Lokomotiven noch
auf der LeK bis zur Übernahme der
Betriebsführung durch die Deutsche
Reichsbahn am 01.04.1949. Danach wurden
die Fahrzeuge in andere Dienststellen
umgesetzt oder fuhren auf anderen
Einsatzstrecken. Lok 02-40 wurde in 89 6676
ungezeichnet, die ab dem 18.02.1950 beim
Bw Seddin wegen eines Unfalls auf der
Drehscheibe abgestellt werden musste. Lok 02-20 wurde nach der Übernahme
durch die Deutschen Reichsbahn in 89 6301
umbenannt und war u.a. beim Bw Brandenburg
Altstadt beheimatet. Möglicherweise fuhr die
Maschine noch einige Zeit auf der LeK, um
nach Einsätzen u.a. beim Bw Wriezen auf der
Oderbruchbahn im Jahre 1957 an einen
volkseigenen Betrieb verkauft zu werden.
Durch die Übernahme
der LeK durch die DR kamen auch
andere Fahrzeuge nach Lehnin. So gehörten
folgende Loks zwischen 1950 und 1967 zum
Lokbahnhof Lehnin: (keine Garantie für
Vollständigkeit)
|
DR-Nr.
|
Hersteller
|
Baujahr
|
Fabr.-Nr.
|
Bemerkungen
|
|
38 243
|
Hartmann
|
1919
|
4075
|
ab 19.12.1965
im Bw Brandenburg,
am 09.10.1967
Zuglok am letzten Zug auf der
LeK,
am 24.01.1969
ausgemistert im Bw Brandenburg
|
|
38 205
|
Hartmann
|
1922
|
4501
|
von 1965 bis
1968 im Bw Brandenburg
|
|
64 455
|
Jubg
|
1937
|
7241
|
von 1950 bis 1956 im Bw
Brandenburg |
|
64 490
|
O&K
|
1940
|
13297
|
von 1955 bis 1956 und 1963 im Bw
Brandenburg |
|
92 546 |
Union |
1911 |
1879 |
|
|
92 607 |
Hanomag |
1912 |
6635 |
von 1957 bis 1965 im Bw
Brandenburg |
|
92 822 |
Grafenstaden |
1915 |
6836 |
von 1964 bis 1966 im Bw
Brandenburg |
|
92 6489 |
Krauss |
1930 |
8492 |
von 1957 bis 1962 im Bw
Brandenburg, am 27.05.1967
abgestellt |
|
92 6504 |
Henschel |
1923 |
19911 |
ex. Brandenburgische Städtebahn
Nr. 20, ab 1937 Nr 33,
ab 01.02.1943 LVA 1-122, am
01.05.1965 abgestellt,
am
24.06.1965 z-gestellt, am am
01.10.1965 ausgemustert,
am
07.11.1966 als Schrott in die ČSSR
|
|
92 6579 |
Henschel |
1922 |
19036 |
MFWE Nr. 31, 1925 an
Centralverwaltung für
Secundairbahnen Herrmann
Bachstein Nr. 92 für WBBIE, 1927
auf Heißdampf umgebaut,
ab
04.11.1946 Thüringer Eisenbahn
Weimar Nr. 92 0092,
Dez. 1966 verkauft an VEB
Stickstoffwerke Piesteritz, BT
Harzkalkwerke Rübeland, Bahnhof
Elbingerode, Werklok 4
|
Lokeinsätze beim Lokbahnhof Lehnin bis
1967

Lok 64 490 im Lokbahnhof Lehnin beim
Bekohlen, Aufnahme Anfang 50er Jahre
Foto; Slg H. Kröger †
Aufgrund der
geringen Länge der LeK war eine größere
Auswahl an Personen- und Güterwagen nicht
erforderlich, zumal immer nur ein Zug
planmäßig eingesetzt war. Der Wagenbestand
blieb über die Jahre weitgehend konstant und
wurde lediglich durch Zukäufe in den Jahren
1906 und 1924 ergänzt. Es standen für den
Binnenverkehr bei der LeK ein zweiachsiger
Personenwagen II./III. Klasse (Nr. 11), drei
zweiachsige Personenwagen III. Klasse (Nr.
21-23), ein Gci-Wagen als Fakultativwagen
(Nr.32), ein Post- und Gepäckwagen (Nr. ?)
sowie ein O-Wagen (Nr.41) und G-Wagen
(Nr.31) zur Verfügung. Bis zur Umstellung
auf Druckluftbremse waren die Personen- und
Güterwagen der LeK mit Heberleinbremse
ausgerüstet. Laut eines Schreibens der
Landesverkehrsdirektion Brandenburg an die
Reichsbahndirektion Berlin vom 16.10.1933 mussten alle Fahrzeuge der LeK bis zum
Ende des Jahres mit
Knorr-Druckluftbremsen ausgerüstet sein.
Sämtliche
Personenwagen hatten elektrische Beleuchtung
und eine Glühstoffheizung.

Personenwagen Nr. 22 der LeK im Bahnhof
Billstedt der Südstormarnschen Kreisbahn
1951,
dieser Wagen kam mit dem Flüchtlingszug
1945 hier her
Foto; R. Ehlers
Im Frühjahr 1932 hat
die LeK einen vierachsigen Personen der
Personen-, Post- und Gepäckwagen (PPBC4i)
der 2. und 3. Klasse bei der Waggonfabrik
Wismar in Auftrag gegeben. Wie weiter oben
schon erwähnt, plante man, ein Fahrzeug
gegebenenfalls später zu einem
dieselelektrischen Triebwagen umzubauen,
worauf die Waggonfabrik Wismar während der
Konstruktion Rücksicht nahm. Am 04.11.1932
wurde mitgeteilt, dass
der vierachsige Wagen fertiggestellt wurde.
Er traf Mitte
November 1932 in Lehnin ein. Nach der Abnahme des Wagens in Lehnin durch die
Preußische Kleinbahnaufsicht der
Reichsbahndirektion Berlin erfolgte der
Einsatz des Fahrzeuges. Während des
Betriebes stellte sich aber heraus, dass die LeK
an der Strecke einige Veränderungen
vornehmen muss, um den PPBC4i
einzusetzen, weil an einigen Stellen die
Profilfreiheit nicht gegeben war.
Auch zu
Kriegeszeiten gab es kaum Veränderungen
im Wagenbestand. Sämtliche Wagen hatten, trotz Betriebsfähigkeit, infolge der
Kriegshandlungen Fenster-, Tür-, Heizungs-
und Lichtschäden, die teilweise behelfsmäßig
beseitigt wurden. Nur der Personen-, Post-
und Gepäckwagen (Nr. 2) erlitt 1944 einen
Brandschaden, der aber nicht auf Kriegshandlungen
zurückzuführen ist.
Der
Flüchtlingszug
Iin Altlandsberg
wurde am 20. April ein Zug
zur Flucht vor der Front zusammengestellt. Es
soll sich dabei um einen Lazarettzug
gehandelt haben. Der Zug führte neben den Kleinbahn
Personenwagen auch Güterwagen mit sich. Bei
der Lok wird es sich um die 01-20 gehandelt
haben, die dann später bei der Südstormarnschen Kreisbahn in Trittau
abgestellt wurde. Mit diesem Zug sollten
Verletzte aus dem Krankenhaus, etwa 30
Eisenbahner und Familien aus Altlandsberg
und Wehrmachtssoldaten der Organisation Todt
befördert werden. Zudem waren Brandenburger
Eisenbahnpersönlichkeiten im Zug wie der
oberste Betriebsleiter des
Landesverkehrsamtes Brandenburg,
Landesbaurat Borchart der gleichzeitig
Aufsichtsratsmitglied der Altlandsberger
Kleinbahn und der Osthavelländischen
Eisenbahn AG und zeichnungsberechtigtes
Vorstandsmitglied der Lehniner Kleinbahn
war. Bereits auf dem Weg nach Berlin geriet
der Zug in Hoppegarten unter
Beschuss. In Berlin Lichtenberg wurden
bereits erste Tote ausgeladen.
Die genaue Route konnte
nicht mehr rekonstruiert werden. Aber Ferch-Lienewitz
wurde erreicht und mit Eimern Wasser für die
Lok genommen.
Dieser Zug traf dann am 22. April gegen 6
Uhr auf dem Bahnhof von Lehnin
ein.
Am 23. April
wurde bekannt, dass die Rote Armee über
Beelitz im Anmarsch ist. Jetzt
bereitete ein Teil des Lehniner Personals
die Flucht ebenfalls per Bahn vor.
Zugestanden wurde,
dass der Altlandsberger Zug und ein weiterer
zusammengestellter Lehniner Zug den Bahnhof
bis 14:45 Uhr verlassen können. Der erste
Zug verließ Lehnin um 13:00 Uhr, der zweite
um 13:30 Uhr. Um 13:45 Uhr standen die
Soldaten der Roten Armee auf dem Bahnhof
Lehnin.
Der Lehniner Zug bestand aus der Lok 1-60
der Brandenburgischen Städtebahn, Wagen
PPBC2, C 21, 22 und 23 sowie einem mit Kohle
beladenen O-Wagen. Die Wagen C 21 und 23
wurden bereits nach kurzer Zeit abgehängt.
Über Groß Kreutz fuhr der Zug nach Brandenburg.
Hier wurde die Leihlok 1-60 der
Brandenburgischen Städtebahn übergeben.
Nur der PPBC2 und C
22 sollen weitergefahren sein (und der
O-Wagen?), vermutlich an den Altlandsberger
Zug gekuppelt. Der betriebliche Zustand
beider Wagen, so ein Bericht der Vertreter
der LeK, war ungewiss, zumal der
Brandschaden des PPBC4i noch nicht beseitigt
war. Dieser Zug fuhr dann über
Rathenow bis kurz vor Grabow. Unterwegs mussten immer wieder
Bombentrichter beseitigt werden. Es
verließen auch immer wieder
Wehrmachtssoldaten den Zug und es wurden
weitere Güterwagen abgekuppelt. In Grabow
gingen dann die letzten
Wehrmachtssoldaten in amerikanische
Gefangenschaft. Die Fahrt ging weiter
nach Ludwigslust, wo weiße Laken
am Zug befestigt wurden.
So gelangten die Wagen Nr. 2 und 22 zum Bahnhof Willinghusen der Südstormarnischen
Kreisbahn. Im
Bahnhof Willinghusen dienten die Fahrzeuge
als Notunterkunft für die geflohenen
Bediensteten der LeK.
Die drei
Personenwagen, der Fakultativwagen sowie der
offene und geschlossene Güterwagen blieben
teils reparaturbedürftig in Lehnin zurück.
Einige Fahrzeuge wurden später bei der
Deutschen Reichsbahn eingereiht. Hinweise
über einen weiteren Einsatz der Wagen auf
der ehemaligen LeK gibt es bis dato nicht.
weitere Aufnahmen

Bahnhof Groß Kreutz Kleinbahnseite
mit Kleinbahnzug nach Lehnin 1931, auf einer am
02.12.1942
gelaufenen Postkarte,
Slg H.
M. Waßerroth
Foto: nicht angegeben, Verlag:
Habedank's Postkartenverlag,
Brandenburg (Havel)

Gemischter Zug mit Lok 92 6489, wohl in
Damsdorf, im Juli 1957
Foto; Slg.
D. Zumm

Unfall am Bahnübergang der Reichsstraße
1 am Ortseingang von Groß Kreutz, 1930
Foto; Slg H. Kröger †

Bahnübergang Fernverkehrsstraße 1. Groß
Kreutz 1956
Foto; Slg. St. Menzel

Bahnübergang mit der Reichsstraße /
Fernverkehrsstraße 1 am westlichen Ortseingang von Groß
Kreutz. Dieser Bahnübergang entwickelte
sich mit stärker werdendem Straßenverkehr zum Unfallschwerpunkt.
Besonders Ortsunkundige erkannten die Gefahr
oft zu spät. In den 1930er Jahren nahm die
Häufigkeit stärker zu. Das zeigt die
Forderung nach einer Sicherungsanlage im
„Generalanzeiger für das Havelland der
Potsdamer Tageszeitung“ vom 18. Januar 1939.
Die Forderung im Zusammenhang mit einem
Unfall, beim dem fünf Insassen eines
Omnibusses nach dem Zusammenstoß mit einem
Kleinbahnzug der LeK durch Glassplitter
verletzt wurden. Im Ergebnis führte die
Unfallentwicklung dazu, dass wegen der
erhöhten Gefahr ab 1938 die Überquerung der
Reichsstraße 1 mit einer
Warnlichtanlage gesichert wurde. Das
Überwachungssignal für die Funktionalität
der Anlage stand noch lange nach Stilllegung
und Abbau der Gleise der LeK auf der Groß
Kreutzer Seite des Bahnüberganges am
Bahndamm.
Foto; Slg. St. Menzel

Einfahrender Zug mit Lok 92 6484
Foto; Slg. St. Menzel

Haltepunkt Nahmitz mit Autobahnbrücke
Foto; Slg H. Kröger †

Bahnhof Lehnin kurz vor der Stilllegung,
Aufnahme 1967
Foto: W.-D.
Machel, Slg. Stadtmuseum Brandenburg

Bahnhofsgebäude in Lehnin, Gleisseite,
Aufnahme: 30.06.1973
Foto: H. M. Waßerroth

Bahnhofsgebäude in Lehnin, Straßenseite,
Aufnahme: 30.06.1973,
Foto: H. M. Waßerroth
aus "Die Lehniner Kleinbahn"
von Stefan Menzel (unveröffentlichtes Manuskript),
gekürzt, redaktionell bearbeitet und ergänzt von H. M.
Waßerroth
Bilder aus verschiedenen Quellen, für alle Aufnahmen
gilt: CC BY-NC-ND 4.0 de
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Vers. 1.0.1.
vom 19.10.2026
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