Verkehrsarchiv - Es war einmal

Besuch im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz

zu DDR-Zeiten, Juli 1981

   

Die Kirnitzschtalbahn ist auch heute noch einer der kleinsten Straßenbahnbetriebe Deutschlands. Von Bad Schandau aus führt ihre Strecke seit 1898 durch das malerische Kirnitzschtal in der hinteren Sächsische Schweiz bis zum Lichtenhainer Wasserfall.

Geschaffen durch das gleichnamige Flüsschen gehört es zu den schönsten Tälern Sachsens. Gelegen im Nationalpark Sächsische Schweiz ist die meterspurige Bahn die einzige, die als Straßenbahn in Deutschland in einen Nationalpark einfährt. Die elektrisch betriebene Bahn bezieht zudem ihren benötigten elektrischen Strom zu ca. 30 % aus Sonnenstrom, den sie aus der 1994 installierten hauseigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Fahrzeughalle bezieht.

Sie befördert seit je her Wanderer, Touristen und Kurgäste zu ihren Zielen. Auf etwa 8 Kilometern Länge begleitet die Straßenbahn das Flüsschen Kirnitzsch auf seinem Lauf durch die bizarre Felsenwelt des Elbsandsteingebirges. Von allen neun Haltestellen führen Wanderwege zu idyllischen Plätzen und malerischen Aussichten . Viele Gaststätten entlang der Strecke laden Wanderer zum Verweilen ein.

Wie früher drängelt sich der Schaffner mit seiner Schaffnertasche und dem Galoppwechsler durch die besetzten Wagen. Selbst die Fahrscheine haben die Anmutung, als stammen sie noch aus jener Zeit und sind so eine schöne Erinnerung an die Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn.

Im Kirnitzschtal wird der eingleisige Straßenbahnbetrieb ohne Ampeln über zwei Ausweichen zum Kreuzen der Züge durchgeführt. In den nächsten Abschnitt darf nur mit dem entsprechenden Signalstab, einfache Holzstäbe mit entsprechenden Einkerbungen und Farben, den der Fahrer vom entgegenkommenden Zug übernimmt, eingefahren werden, wie damals auch schon. Die Gesamtstrecke der Kirnitzschtalbahn ist in drei Streckenabschnitte unterteilt, die nur derjenige befahren darf, der den dazugehörigen Signalstab in der Hand hält. Ganz einfach. Und es funktioniert unfallfrei.

(Zu ausgewählten Terminen im Sommerhalbjahr oder auf Bestellung kommen heute auf der Kirnitzschtalbahn als besonderes Angebot die historischen, holzbestuhlten oder ledergepolsterten Museumswagen aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Einsatz.)

 

Alle Fotos © H.M. Waßerroth (CC BY-NC-ND 3.0 de)

           

          

Triebwagen 8 (8II), ein ehemaliger Triebwagen der inzwischen stillgelegten Lockwitztalbahn, an der Endhaltestelle Bad Schandau Kurpark

      

Die Gleise der eingleisigen Strecke liegen durchweg von Bad Schandau aus gesehen auf der rechten Seite in Straßenrandlage der Kirnitzschtalstraße, hier der TW 5 (5II) auf der Fahrt nach Bad Schandau

   

TW 8 (8II) fährt mit seinem Zug Richtung Lichtenhainer Wasserfall, die Kirnitzschtalstraße bestand damals historisch vollkommen aus Mosaikpflaster

       

Fahrzeughalle der Kirnitzschtalbahn, rechts der MAN-Triebwagen 5 (5II) von 1928

   

Blick ins Innere der Fahrzeughalle, der TW 5 (5III) links kam 1977 ebenfalls von der Lockwitztalbahn

  

In der Fahrzeughalle stand dieser TW der Lockwitztalbahn und wartete auf sein Schicksal

 

In einem seitlichen Anbau der Fahrzeughalle stand der Schienenschleifwagen, er kam 1977 von Dresden

    

Ein Zug mit TW 6 (6II) vom Lichtenhainer Wasserfall nach Bad Schandau fährt am Betriebshof vorbei

   

Umsetzten an der Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall

     

Der Zug mit TW 6 (6II) mit BW 11 und 12 verlässt die Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall

    

Vorbei an der Gaststätte Lichtenhainer Wasserfall geht es zurück nach Bad Schandau

       

(Als Sonderfahrt kam) TW 5 (5II), hinten und TW 5 (5III), vorn vor der Gaststätte Lichtenhainer Wasserfall beim Umrangieren

 

Wagen 5 am Lichtenhainer Wasserfall.

 

 

Vers. 1.0.0. vom 04.08.2019

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© Harumi Michelle Waßerroth