Weitere Kirchengebäude in

Brandenburg an der Havel und

Kirchen in den Eingemeindungen

in alten und neuen Ansichten

(Kirchen Teil 2)

Wenn von den Kirchen in Brandenburg an der Havel die Rede ist, denkt man meist automatisch an die bekannten monumentalen mittelalterlichen Kirchen der Stadt. Doch die Stadt ist viel reicher an Gotteshäuser als viele denken. Da sind einerseits die vielen kleinen Kirchen, Dorfkirchen, der ehemaligen selbständigen Orte um Brandenburg, die in die Havelstadt eingemeindet wurden, und die, wenn auch nicht so zahlreichen Gotteshäuser anderer Konfessionen oder Glaubensrichtungen als die des vorherrschenden evangelischen Christentums.

Ich lege hier nicht Wert auf den Inhalt der einzelnen Glaubensbekenntnisse oder setze mich damit auseinander. Vielmehr geht es hier um die Geschichte und das Bauwerk an sich. Die gewählte Reihenfolge ist nicht klassifizierend und stellt keine Wertung dar, sie ist zufällig gewählt!

  

 

Die hl. Dreifaltigkeitskirche

 

Die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Brandenburg an der Havel ist die Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrgemeinde. Sie liegt im mittelalterlichen Stadtkern der Neustadt in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Kloster St. Pauli.

Mit der Einführung der Reformation im Kurfürstentum Brandenburg durch Kurfürst Joachim II. 1539 brachen schwere Zeiten für die katholische Kirche an. Im 17. Jahrhundert wurde die katholische Religionsausübung dann ganz verboten, ein Gemeindeleben fand nicht mehr statt. Erst Friedrich Wilhelm I. ließ im 18. Jahrhundert wieder ein Praktizieren des katholischen Glaubens zu.

Durch die Garnison kamen vereinzelt auch katholische Soldaten ins protestantische Brandenburg, vor allem gab es mit der beginnenden Industriealisierung eine Zuwanderung von Industriearbeitern aus Polen und Böhmen. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Katholiken. Die neu entstandene Gemeinde in Brandenburg nutzte zunächst die Kirche St. Johannis in der Altstadt Brandenburg und ab 1810 die St. Petri-Kapelle auf dem Dom in Brandenburg.

1848 musste die Kapelle baupolizeilich geschlossen werden. Da zu jener Zeit die Abgeordneten des Landes in Brandenburg zusammentraten, und viele katholische Geistliche unter ihnen waren, die ihren priesterlichen Pflichten nachkommen wollten und unter den hiesigen Umständen aber nicht konnten, veranlasste Minister von Ladenberg, dass zunächst die Aula des städtischen Gymnasiums, und weil hieraus Unzuträglichkeiten entstanden, die St. Gotthard-Kirche in der Altstadt eine Mitbenutzung eingeräumt wurde. An Stelle der St. Gotthard-Kirche trat später die St. Pauli-Kirche in der Neustadt.

1849 kaufte die katholische Gemeinde das Grundstück Neustädtische Heidestraße 24, den ehemaligen Weingarten des Dominikanerklosters. Mit Spenden wurde daraufhin der Bau der Kirche Heilige Dreifaltigkeit finanziert. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 28.10.1849 durch Propst von Ketteler statt, der zu dieser Zeit Propst der St.-Hedwigskirche, der heutigen St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin war. Die Glockenweihe erfolgte am 11.04.1851 durch Propst Pelldram unter Tieffe`s Assistenz . Am 12.08.1851 wurde der Neubau durch den Propst Leopold Pelldram unter Assistenz von 18 weiteren Geistlichen eingeweiht.

Die Kirche entstand nach Plänen von Carl Weiß und ist ein einfacher, ursprünglich mit einer hölzernen kassettierten Flachtonne überdeckter Rechtecksaal mit Apsis und Westturm. Im Gegensatz zur sonst üblichen Ost-West-Ausrichtung von Kirchen steht die Heilige Dreifaltigkeit in einer nordnordwest-südsüdöstlichen Achse. Das rundbogige Hauptportal befindet sich in der nord-nordwestlichen Außenwand, während die Apsis des Chores ihm gegenüber liegt.

Die Außengliederung ist in klassischer Kolossalordnung über großen Rundbogenfenstern ganz in kunstvoll ornamentalem Klinkermauerwerk ausgeführt. Fialen über den Saalecken, Zinnenaufsätze am Westgiebel und der ins Achteck überführte Westturm bereicherten die Silhouette. Doch schon 1868 waren Bauschäden zu beseitigen.

1906 bekam die Kirche einen neuen Hochaltar und 1913 folgte der Einbau neuer Fenster.

 

Karte nicht gelaufen

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Katholische Dreifaltigkeits-Kirche in ihrer ursprünglichen Schönheit

    

Quelle: Stadtarchiv Brandenburg, Foto: nicht angegeben

Innenansicht mit Blick zum Altar, Aufnahme: 03.09.1907

       

Karte am 17.03.1902 gelaufen

Verlag: J. Friedländer, Brandenburg (Havel), Foto: nicht angegeben

Die Katholische Kirche am Stadtkanal

      

Slg: www.hl-dreifaltigkeit.de, Foto: nicht angegeben

Innenansicht der Heilige Dreifaltigkeitskirche vor den Kriegszerstörungen

      

Eine abermalige grundlegende Renovierung des Kircheninneren fand im Jahr 1939 statt. Bei dieser Gelegenheit wurde erstmals eine Heizung eingebaut.

Wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs geriet die Kirche Heilige Dreifaltigkeit ebenso wie das benachbarte Paulikloster ins Zentrum der Kämpfe zwischen Wehrmacht und anrückender Roten Armee. Dabei ist die Kirche bei den Straßenkämpfen weitestgehend zerstört worden. Am 26.04.1945 soll die Kirche von den Russen erobert und am Folgetag von der SS in Brand geschossen worden sein. Wie auch das Paulikloster brannte sie bis auf ihre Außenmauern aus. Ein besonderes Ziel war immer wieder der Turm, weil dort Scharfschützen vermutet wurden.

 

   

Slg: www.hl-dreifaltigkeit.de, Foto: nicht angegeben

Die heilige Dreifaltigkeitskirche nach den schweren Kriegszerstörungen 1945

   

Am Fronleichnamstage (Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten) 1947 führte die Pfarrjugend in den Trümmern der Kirche das Spiel "Job" mit großem Erfolg auf. Sie wiederholte es mehrmals und konnte dadurch dem Baufonds zur Wiederherstellung der Kirche 3400.- RM übergeben.

  

Slg: www.hl-dreifaltigkeit.de, Foto: nicht angegeben

Jugendspiel "Job" am Fronleichnamstage 1947 in der Kirchenruine

   

Zwei Jahre nach den Kriegszerstörungen wurde mit dem Wiederaufbau der Pfarrkirche begonnen. Bereits 1948 war Richtfest für den neuen Dachstuhl. Ein weiteres Jahr später ist die Kirche soweit hergerichtet, dass sie wieder vollumfänglich genutzt werden konnte.

Unter Leitung des Architekten Franz Klinger erfolgten 1972 bis 1973 für eine Umgestaltung notwendige Renovierungsarbeiten.

Das Kircheninnere besitzt heute eine schlichte und moderne Einrichtung. Der Hochaltar aus dem Jahr 1973 enthält Reliquien von Märtyrern, die von einem Heiligen Papst Sixtus und von einer Heiligen Felicitas sein sollen. Das Reliquiengrab ist mit einem Bruchstück einer Grabplatte, die aus den Katakomben in Rom stammen soll, verschlossen.

Zentral in der Apsis steht ein Kreuz aus dem Jahr 1962 mit einem Kruzifix. Dieses Kruzifix stammt aus dem Halberstädter Ortsteil Langenstein. Es wurde zwischen 1510 und 1520 gefertigt und befindet sich seit 1973 in Brandenburgs katholischer Pfarrkirche.

  

    

Slg: www.hl-dreifaltigkeit.de, Foto: nicht angegeben

Das Innere der Dreifaltigkeitskirche nach der Umgestaltung 1973, Aufnahme 1980

    

1974 wurde in der Kirche eine Gedenkstätte für zahlreiche im Zuchthaus Brandenburg in den Jahren 1942 bis 1945 ermordete Priester und Laien errichtet.

Die neueren Datums vom britischen Künstler Graham Jones geschaffenen zwölf rundbogigen Kirchenfenster und das Ochsenauge stellen die Erschaffung der Welt oder Gottes Schöpfung, das zentrale Thema der Genesis, dar.

Am 29.8.1980 fand Pfarrer Semrau den Turmknopf, der 1945 beim Beschuss der Pfarrkirche durch die Rote Armee herabstürzte. Er blieb bis dahin zwar verschollen, dadurch aber erhalten, während die Kirche bei den Kampfhandlungen vollständig ausbrannte.

Die katholische Kirche hl. Dreifaltigkeit steht unter Denkmalschutz.

     

Original aus: Wikimedia Commons

Der Marienaltar in der Kirche in Klein Kreutz, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 30.12.2017

    

Die Katholische Kirche hl. Dreifaltigkeit - durch die Kriegszerstörungen 1945 vieler äußerer Schmuckelemente beraubt, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 17.05.2015

     

    

Die Neuapostolische Kirche

 

Die Anfänge der Neuapostolischen Kirche Brandenburg an der Havel gehen auf das Jahr 1899 zurück. Regelmäßige Gottesdienste und Andachten fanden dann ab 1901 anfänglich in Wohnungen der Gemeindemitglieder statt. Da die Gemeinde ständig wuchs sowie politische und wirtschaftliche Verhältnisse es erforderten, mussten im Laufe der folgenden Jahre wegen eines immer noch fehlenden eigenen Kirchengebäudes von der Gemeinde verschiedene andere Gebäude und Versammlungsräume genutzt werden. Ein erstes eigenes Gotteshaus fand sich im Jahre 1940 in der Packhofstraße. Es entstand durch Umbau eines ehemaligen Tattersalls zur Kirche.

     

Das ehemalige Kirchengebäude in der Packhofstraße, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 25.12.2017

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich die Gemeinde ständig durch den Zuzug vieler Flüchtlinge. So reichte der Platz in der Kirche bereits 11 Jahre nach ihrer Einweihung nicht mehr aus. Im Jahr 1951 wurde deshalb im Stadtteil Görden eine zweite Gemeinde gegründet. Sie nutzte zunächst eine Friedhofskapelle für ihre Gottesdienste. Im Jahr 1956 wurde dann im Lilienweg ein eigenes Kirchengebäude geweiht.

Nachdem das bisherige Kirchengebäude in der Packhofstraße wegen Baumängel geschlossen werden musste und als Übergangslösung Räume in der Wilhelmsdorfer Straße angemietet worden waren, entschied man sich für einen Neubau für die Gemeinde. Das Kirchengrundstück im Stadtteil Görden kam für eine Erweiterung nicht in Frage. Daraufhin wurde ein geeignetes Grundstück für einen Neubau gesucht.

Man entschied sich für ein Grundstück im Zentrum von Brandenburg am Stadtkanal auf dem Gelände der ehemaligen "Ersten deutschen Fein-Jute-Garn-Spinnerei Aktien-Gesellschaft", des späteren "VEB Folieerzeugnisse Brandenburg". Am 17. August 2010 erfolgte die Grundsteinlegung des von der Architektin Karin Reimann entworfenen Kirchenbaus und am Erntedanktag 2011 die feierliche Einweihung.

Das Bauwerk ist ein moderner verputzter Stahlbetonbau mit weißem Anstrich. Ein 17 Meter hoher Kirchturm erhebt sich spiralförmig aus dem Kirchensaal und endet in einem metallenen Kreuz. Für den Gemeindesaal wählte man mit seiner Form eine Anlehnung an das urchristliche Symbol eines Fisches und hat dieses im Grundriss umgesetzt. So wurde der Saal elliptisch konstruiert, der Altarraum an seiner Südseite der Form einer Rückenflosse nachempfunden. Der spiralförmig emporstrebende Turm erscheint in der Draufsicht als Auge. Mehrere hohe und einfach gestaltete Rechteckfenster sorgen für ausreichend Licht im Saal und Altarraum. Am östlichen Ende der Ellipse des Kirchensaals befindet sich ein flacher und schlichter Vorbau mit dem Haupteingang.

Hinter dem Haupteingang befinden sich ein Café und Gemeinderäume. Es schließt sich der Kirchensaal an. Die hölzerne Bestuhlung ist schlicht und modern. An der südlichen Seitenwand befindet sich der Altarraum.

Dem Eingang zum Kirchensaal gegenüber in der Spitze der Ellipse wurde eine 2011 gebeute Orgel installiert. Der Erbauer dieser Orgel ist die W. Sauer Orgelbau GmbH in Frankfurt (Oder).

  

Original aus: Wikimedia Commons

Inneres der  neuen Kirche, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), Januar 2014

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die neue Kirche, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), Januar 2014

    

   

Die Hofkirche am Jacobsgraben

 

Die Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde - Baptisten in Brandenburg an der Havel steht im Hof des Eckhauses Wilhelmsdorfer/Jahnstraße in der Nähe des Jacobsgrabens und trägt deshalb auch den Namen Hofkirche am Jacobsgraben.

Das Eckhaus wurde 1901 von dem Architekten Ernst Künstler für den Spediteur Gutmacher aus Dresden erbaut. Hier war seit der Weimarer Republik auch der Sitz der Baptistengemeinde der Stadt. Der Bau ist ein viergeschossiger Ziegelbau mit Berliner Dach und Fassade aus gelben Ziegeln und einer zurückhaltenden Sandsteingliederung. Dadurch hebt sich das Haus von der Masse der Mietshäuser mit Putzgliederung ab.

  

Durchgang von der Jahnstraße zum Hof, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 26.03.2018

    

Im Hof findet sich kleiner Kirchenbau in leicht expressionistischen Formen. Er wurde vermutlich in den späten zwanziger Jahren für die Baptistengemeinde errichtet.

Das ganze Ensemble steht unter Denkmalschutz.

(Leider stehen mir derzeit keine weiteren Angaben zu Geschichte und Kirchengebäude zur Veröffentlichung hier zur Verfügung.)

    

Original aus: Landesdenkmalliste, Foto: nicht angegeben

© 2016 Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

      

  

Die jüdische Synagoge

Zum Anfang des 14.Jahrhunderts müssen bereits mehrere jüdische Familien in der Alt- und Neustadt Brandenburg gelebt haben, denn es wird berichtet, dass sie Stadtrechte besaßen, aber dem Markgrafen unterstanden. In der Neustadt gab es bereits um 1320 eine Synagoge, weil hier mehr Juden lebten als in der Altstadt.

In Folge der Pestpogrome von 1348/1349 wurden die Juden vertrieben. Aber nach wenigen Jahrzehnten siedelten erneut jüdische Familien vornehmlich in der Neustadt. Die Zahl der hier lebenden Juden stieg im Laufe des 15.Jahrhunderts weiter an. Im Zusammenhang mit dem Berliner „Hostienschändungsprozess“ im Jahre 1510 erfolgte eine neuerliche Vertreibung, doch ca. zwei Jahrzehnte später konnten sich wieder Juden ansiedeln. 1571 kam dann die endgültige Vertreibung aller Juden aus der gesamten Mark Brandenburg.

Nach einem Edikt des brandenburgischen Kurfürsten lies sich im ausgehenden 17.Jahrhundert eine aus Wien vertriebene jüdische Familie in der Stadt nieder. Hierauf siedelten vereinzelt weitere Familien nach Brandenburg über. Sie erregten alsbald den Unwillen der Stadtbürger, man sah in ihnen unliebsame Konkurrenten.

In den ersten Jahrzehnten des 18.Jahrhunderts nahm die jüdische Einwohnerzahl dann beträchtlich zu, worauf sich 1729 eine Synagogengemeinde gründete. Mit dem weiteren Anwachsen der Gemeinde wurde die Einrichtung einer Synagoge ins Auge gefasst, was den Juden aber durch ein Edikt von 1671 verboten war. Zur Genehmigung des Synagogenbaus wurde vom preußischen König eine Bedingung gestellt. Die jüdische Gemeinde hatte im Gegenzug eine bestimmte Menge Porzellan aus der Kgl. Manufaktur abzunehmen. Auf Grund finanzieller Engpässe verzögerte sich der geplante Synagogenbau für viele Jahrzehnte. Erst 1782 wurde in der Großen Münzenstraße ein Bethaus eingerichtet, welches im Laufe der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts mehrfach erweitert wurde.

Nach Abriss des Bethauses weihte die Gemeinde 1883 einen Synagogenneubau an der fast gleichen Stelle ein. Er befand sich auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks. Die Synagoge war ein vom Breslauer Baumeister Julius Nathanson im romanischen Stil errichtetes Backsteingebäude mit einer maurischen Kuppel. In ihm fanden ca. 170 Gläubige Platz.

   

Foto: unbekannt

Innenraum der Synagoge (hist. Aufn., Jüdische Gemeinde Brandenburg a. d. Havel)

    

Ihren Höchststand erreichte die Gemeinde Mitte der 1920er Jahre. Die meisten Juden Brandenburgs übten den Beruf des Kaufmanns aus, doch die schlechte wirtschaftliche Lage führte bald zu einer starken Abwanderung.

Nach der NS-Machtübernahme begann auch in Brandenburg der von der NSDAP ausgerufene Boykott gegen jüdische Geschäfte. Wie überall in Deutschland, wurden die „Aktionen“ der „arischen“ Bevölkerung propagandistisch nahegebracht.

Den Gipfel erreichten die antijüdischen Maßnahmen beim Novemberpogrom am 9./10.11.1938 durch SA-Angehörige. Den Auftrag hatte der NSDAP-Ortsgruppenleiter Stümke gegeben. Die Synagoge in der Großen Münzenstraße wurde geplündert und angezündet. Der Rabbiner und der Kantor, die im Vorderhaus wohnten, erlitten schwere Misshandlungen. Während des Pogroms wurde auch der jüdische Friedhof geschändet und die Trauerhalle verwüstet. Das Friedhofsgelände ging 1943/1944 zwangsweise an die Stadt und wurde kurz danach an die Brennabor-Werke weiterverkauft.

Einem kleineren Teil der brandenburger Juden gelang die Flucht ins Ausland. Die Mehrheit blieb allerdings zurück und wurde in den Folgejahren deportiert. Vor der Deportation sind die jüdischen Einwohner Brandenburgs in einigen so genannten Judenhäusern zusammengepfercht worden. Keiner der etwa 90 verschleppten jüdischen Bewohner soll überlebt haben. Von den ca. 200 zu Beginn der NS-Zeit in Brandenburg wohnhaften Juden überlebten nur etwa zehn.

Sechs Jahre nach Kriegsende ist auf dem Gelände des in den letzten Kriegsmonaten fast völlig zerstörten jüdischen Friedhofs eine kleine Gedenkstätte eingerichtet worden. Auf einer Gedenktafel sind die Namen der brandenburger Juden verzeichnet, die während der NS-Zeit ermordet wurden.

An einer noch stehen gebliebenen Außenwand der zerstörten Synagoge erinnert eine weitere Gedenktafel.

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Rückwand der ehemaligen Synagoge, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 18.05.2015

     

Durch Zuwanderung nach der politischen Wende entwickelte sich langsam wieder jüdisches Leben in Brandenburg an der Havel. Im Jahr 2006 hatte die kleine jüdische Gemeinde wieder knapp 100 Mitglieder, 2010 waren es bereits ca. 160. Ihren religiösen Mittelpunkt besitzt diese Gemeinde im ehemaligen Kantorenhaus in der Großen Münzenstraße. Eine Stiftung des in New York lebenden Jonathan Spielman ermöglichte der kleinen Gemeinde, eine neue Thora ihr Eigen zu nennen.

Das jüdische Gemeindehaus ist ein zweistöckiger verputzter Ziegelbau aus dem Jahre 1877. Es steht am Ende einer gleichartigen Häuserzeile in der Großen Münzenstraße. Die Straßenwand des kappengewölbten Kellers ist älter, vermutlich mittelalterlich. Über eine steinerne Stufe, in die der Schriftzug „Salve“ eingearbeitet ist, gelangt man in das Innere des Hauses. Die Fassade ist durch mehrere Gesimse und Putzstreifen aufgelockert. Die Rechteckfenster im Untergeschosses sind profiliert umrandet und im Obergeschoss verdacht. Im Dachgeschoss wurde im Zuge einer Modernisierung eine mit Blech verkleidete Giebelgaube eingearbeitet und das Dach mit roten Biberschwänzen eingedeckt.

Das Innere des Hauses verfügt in allen drei Stockwerken über jeweils individuell gestaltete Räume, die verschiedentlich von der Gemeinde genutzt werden. Der Gebetsraum, in dem auch die Thora gelagert ist, befindet sich im Dachgeschoss. Ein Saal für Veranstaltungen und eine Bibliothek sind im Obergeschoss eingerichtet, ein weiterer Saal befindet sich im Erdgeschoss.

    

Original aus: Wikimedia Commons

Der Gebetssaal, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 07.04.2016

    

Links neben dem Zugang zum Gebäude wurde eine Gedenktafel installiert. Auf dieser steht:

„… In der Nacht vom 9. November 1938 brannten die Nationalsozialisten unter der Leitung des Oberbürgermeisters der Stadt Brandenburg an der Havel die Brandenburger Synagoge nieder. In der Folgezeit wurde auch der Rabbiner Josef Rosenzweig sel.A., der in diesem Haus wohnte, verhaftet und 1942 in Auschwitz ermordet. Seine damalige Jüdische Gemeinde wurde vollständig ausgelöscht...“

Eine zweite steinerne Tafel ist rechts des Eingangs angebracht, in der die Menora und „Jüdische Gemeinde“ in Deutsch und „קהילהיהוךית בית כנסת“ in Hebräisch eingraviert ist.

Das jüdische Gemeindehaus und der Mauerrest der abgebrochenen Synagoge mit Gedenktafel wurden in die Landesdenkmalliste aufgenommen.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Das ehemaligen Kantorenhaus in der Großen Münzenstraße,

Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 20.03.2016

    

    

Die Dorfkirche in Neuendorf

 

Die evangelische Dorfkirche im zur Stadt Brandenburg an der Havel gehörenden Neuendorf ist eine im Stil des Barock errichtete Saalkirche und steht im Centrum des Ortes am Anger. Sie ist als Baudenkmal ausgewiesen.

1286 wurde Neuendorf erstmals als Pfarrdorf erwähnt. Historisch war die Neuendorfer Kirche eine Filialkirche der Pfarrkirche St. Gotthardt in der Altstadt Brandenburg. 1588 wurde ein Vorgängerbau der heutigen Kirche geweiht. Die heutige Dorfkirche entstand 1751/52 als barocke Saalkirche mit rechteckigem Grundriss. Äußerlich ist das Kirchenschiff, wie auch der kleine Sockel verputzt und mit vertikalen Schmuckelementen versehen. In der Horizontalen schmückt ein mehrfach abgestuftes, umlaufendes Traufgesims. Die Fenster sind hochrechteckige, umrandete und flachbogig mit Schlussstein schließende sechsgeteilte Sprossenfenster. In diese wurden schlichte Bleiglasfenster aus Einzelglasscheiben eingearbeitet. 

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Dorfkirche in Neuendorf Nordseite, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 08.12.2014

    

Am östlichen Ende der Südwand gibt es im Unterschied zur nördlichen Außenwand einen kleinen Anbau für die Sakristei mit Mansardendach, einer kleinen Tür nach Osten und einem kleinen Fenster nach Süden. Die Giebelwand im Westen geht kontinuierlich in den Kirchturm über. Der Kirchturm hat einen quadratischen Grundriss und Schallöffnungen für das Geläut. Überdacht ist er mit einer schiefergedeckten Zwiebelhaube, auf der sich zusätzlich ein Turmhelm befindet. Beide haben einen achteckigen Grundriss. Auf der Spitze des Helms ist eine Turmkugel und Wetterfahne aufgesetzt.

Der Kanzelaltar und die seitlichen Emporen des Innenraumes stammen aus der Bauzeit.

Bei einem Gewitter 1924 wurden Dach und Turm durch Blitzschlag beschädigt. Im Zuge einer Instandsetzung 1937 ist der Turm dann vollständig mit Holz verschalt worden. In den Jahren1953 und 1994 erfolgte jeweils eine Renovierung des Innenraums, in den 1990er Jahren ist die Kirche außerdem umfassend saniert worden.

    

Original aus: Wikimedia Commons

Die Dorfkirche in Neuendorf, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 08.12.2014

    

    

Die Christuskirche in der Walzwerksiedlung

 

Mit dem Aufbau des Stahlwerks in Brandenburg ab 1912 wurde für die Beschäftigten die heute denkmalgeschützte Walzwerksiedlung errichtet. Dazu kaufte 1919 die Werkleitung von der Stadt die Kleinhaussiedlung Wilhelmshof mit anfänglich 24 Häuser, um sie zu erweitern. Bereits im Frühjahr 1920 konnten im heutigen Bereich der Bayernstraße und Thüringer Straße 146 neue Wohnungen übergeben werden. Die neue Siedlung sollte auch eine Kirche erhalten. Nach Plänen von Otto Bartning und Theo Kellner entstand in einem dreiteiligen Bau eine Saalkirche, ein Kindergarten und eine Hausmeisterwohnung. In die Kirche wurde ein Raum für die Gemeindeschwester eingearbeitet. Am 17. Juni 1928 erfolgte die Grundsteinlegung und bereits nach sechs Monaten konnte die Kirche als evangelische Kirche geweiht werden. Das Bauwerk ist ein schlichter weiß gestrichener Putzbau auf einem Sockel aus roten Ziegelsteinen im Stil der Neuen Sachlichkeit.

In späterer Zeit wurde die Hausmeisterwohnung in den Kindergarten integriert und der Ostflügel baulich nach Norden verlängert. Heute steht die Kirche unter Denkmalschutz.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Die Christuskirche in der Walzwerksiedlung, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 27.08.2014

    

    

Die Kirche St. Bernhard in Wilhelmshorf (Walzwerksiedlung) 

Die katholische Kirche St. Bernhard hat die gleiche Vorgeschichte im Zusammenhang mit dem Entstehen der Walzwerksiedlung Wilhelmshof wie die evangelische Christuskirche.

Anfänglich wurde von der katholischen Gemeinde der Stadt vierzehntäglich ein Gottesdienst in einer Walzwerkbaracke durchgeführt. Finanziert aus Spenden wurde dann in der Thüringer Straße ein funktionalistischer Kirchenneubau nach einem Entwurf von Karl Erbs errichtet und von Bischof Nikolaus Bares 1934 geweiht. Patron der Kirche ist der heilige Bernhard von Clairvaux, ein Zisterzienser, dessen Ordensbrüder auch das Kloster in Lehnin gegründeten.

Die Kirche Sankt Bernhard ist ein schlichter grauer Putzbau und schließt sich im Osten kontinuierlich an das benachbarte Reihenhaus an. Sie ist somit der westliche Abschluss einer geschlossenen Reihung von Häusern.

Das Westportal im Turm ist aus Klinkern gestaltet. Der Turm selbst tritt etwas aus der Fluchtlinie des Giebels hervor. Im Aufstieg zum Glockenstuhl gibt es ein Rechteckfenster und weiter höher rechteckige Schallöffnungen nach Osten und Westen. Am westlichen Giebel ist ein Kreuz befestigt. Die Kirchenfenster mit Bleiverglasungen sind nach Entwürfen Werner Kleinschmidts von August Wagner 1948 gefertigt worden.

Neben der katholischen Gemeinde "Heilige Dreifaltigkeit" nutzte auch die russisch-orthodoxe Gemeinde "Gottesmutter – Freude aller Betrübten" die Kirche Sankt Bernhard für Gottesdienste. Sie stellte dafür mehrere Ikonen auf.

Die kleine Kirche wurde von ihrer Weihung 1934 bis zum 30.08.2014, hier feierte man die letzte Heilige Messe, für Gottesdienste genutzt. Schon seit 2013 war die Kirche von der katholischen Gemeinde zum Verkauf ausgeschrieben worden. Im Jahr 2015 gründete sich daraufhin der Verein „St. Bernhard Gemeinschaftskirche Brandenburg“ zur Übernahme der Kirche.

Heute ist St. Bernhard eine Begegnungsstätte.

Das Kircheninnere war zur Schließung 2014 schlicht gestaltet, mit glatten Wänden und einem recht schmucklosen hölzernen Altar. Links des Altars befand sich ein hölzernes Marienbildnis, rechts eine Skulptur des heiligen Bernhard von Clairvaux. Rechts vom Eingang stand eine kleine, portable Orgel und hinter dieser war eine Reliefplatte mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder.

Wie die Siedlung Wilhelmshof, von 1919/20 errichtet nach einem Entwurf von Stadtbaurat Moritz Wolf, steht auch die Kirche St. Bernhard als Teil des Ensembles unter Denkmalschutz.

     

Original aus: Wikimedia Commons

Inneres der Kirche St. Bernhard, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 27.08.2014

 

Original aus: Wikimedia Commons

Die Kirche St. Bernhard in der Thüringer Straße, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 27.08.2014

   

   

Die Auferstehungskirche auf dem Görden

 

Die evangelische Auferstehungskirche wurde 1955 am nördlichen Rand des in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu errichteten Stadtteils Görden erbaut. Sie ist eine der ersten Kirchenneubauten, die nach dem 2. Weltkrieg in der damaligen DDR errichtet werden durften. Der einfach und schlicht verputzte graue Ziegelbau dient als Pfarrkirche.

    

Original aus: Wikimedia Commons

Die Auferstehungskirche auf dem Görden, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), Januar 2014

    

Im Inneren der Kirche befinden sich hinter dem Westportal Räume, die für Gemeindearbeiten genutzt werden. Der Kirchensaal wird über eine Holzglastür betreten. Im Nordosten befindet sich eine aus Klinkern gemauerte Kanzel und eine einfach gestaltete Orgel. Der Altar in der Apsis ist ebenfalls aus Ziegelsteinen gemauert und unverputzt. Über diesem ist ein Kruzifix an der Decke aufgehängt. Die Holzdecke des Schiffs ist unverziert. Von ihr hängen sechs vierarmige schlichte Kronleuchter. Eine Westempore ist über eine mit Eisengittern versehene Treppe zu erreichen. Im Saal ist die hölzerne Bestuhlung schlicht.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Inneres der  Auferstehungskirche, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), Januar 2014

    

Im Nordosten an den Stadtteil Görden grenzend entstand ab den 1970er Jahren das Plattenbaugebiet Hohenstücken. Fortan nahm die Auferstehungsgemeinde auch die Christen aus diesem Ortsteil in ihrer Gemeinde auf.

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Auferstehungskirche von Südost mit Apsis, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), Januar 2014

      

Die Auferstehungskirche von Süden, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 07.02.2018

 

    

Die Elisabethkirche im Stadtteil Görden

 

Die Kapelle Sankt Elisabeth ist eine katholische Filialkirche im Stadtteil Görden. Ihre Vorgeschichte geht auf das Jahr 1942 zurück, als Pfarrer Jochmann begann, in einer evangelischen Notkapelle im Stadtteil Görden katholische Gottesdienste zu halten.

1947 erwarb dann die katholische Gemeinde ein Haus in der Mendelssohnstraße 3 mit einem zugehörigen Grundstück und richtete hier in zwei Zimmern im Erdgeschoss eine Notkapelle ein.  Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen zahlreiche katholische Vertriebene aus den Gebieten östlich der Oder und aus dem Sudetenland auch nach Brandenburg. Die Gemeinde auf dem Görden war dadurch auf etwa 1800 Mitglieder angewachsen. Diese Menge war selbst mit drei Sonntagsgottesdiensten nicht mehr in den bestehenden Kirchenräumen unterzubringen. Aus diesem Grund fuhren viele zur Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in die Innenstadt, um dort an Gottesdiensten teilzunehmen.

Im Jahr 1951 übernahm Kuratus Karl Rudolph Metzen die Gemeinde auf dem Görden und bemühte sich um den Bau einer neuen Kirche. Schon am 1.November1951 fand die Grundsteinlegung für die Sankt Elisabethkirche auf dem Grundstück in der Mendelssohnstraße hinter dem Pfarrhaus statt. Die Kirche wurde als flacher Barackenbau errichtet. Die Entwürfe für den Bau lieferten die Architekten Hermann Lebegern und Conrad Puchalla und die Bauarbeiten wurden zum überwiegenden Teil von Mitgliedern der Gemeinde ausgeführt. Schon ein halbes Jahr nach der Grundsteinlegung konnte die Kirche am 25.Mai1952 vom Generalvikar des Bistums Berlin, Georg Puchowski, der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht werden.

     

Original aus: Wikimedia Commons

Inneres der  Elisabethkirche, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), 28.01.2013

     

Die Kirche ist ein schlichter grauer und flacher Nachkriegsputzbau. Sie ist eine seltene Kirche noch in dauerhafter Form einer Baracke und befindet sich auf dem Hinterhof des Wohnhauses in der Mendelsohnstraße 3. Von der Straße ist sie nur bedingt einsehbar. Nur ein Teil der Front und der das Geläut tragende Dachreiter sind zu erkennen.

Am 1.Juni1956 wurde die Gemeinde in die vermögensrechtliche Selbständigkeit entlassen. 1966 erfolgte eine Umgestaltung des Altarraums, wobei der Künstler Paul Stippekohl einen neuen Altar aus Holz anfertigte.

Wegen des Mitgliederschwundes wurden die Kuratien St. Bernhard und St. Elisabeth mit der Dreifaltigkeitsgemeinde zu einer Gemeinde vereint.

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Elisabethkirche von der Mendelssohnstraße gesehen, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 3.0), 28.01.2013

     

    

Die Pfarrkirche in Plaue

 

Die evangelische Pfarrkirche steht auf einem kleinen Hügel am Rande des alten Stadtkerns von Plaue. Sie wurde um das Jahr 1200 im spätromanischen Stil als Saalkirche mit flacher Balkendecke erbaut. Das Backsteingebäude besteht aus dem Schiff mit einem eingezogenen Chor und einem separat stehenden Turm. Den gotischen Westgiebel erhielt sie, als in einer späteren Bauphase die ursprüngliche Dorfkirche erweitert wurde. 1570, unter Matthias von Saldern, erfolgte der Umbau zu einer zweischiffigen Halle mit Kreuzgewölbe. Um das Jahr 1400 erhielt die Kirche innen kostbare Wandmalereien, die seit ihrer Wiederentdeckung und Freilegung 1984-85 an der Westwand und im Chorraum zu bewundern sind.

Anfang des 18. Jh., als die Stadt Plaue unter der Familie von Görne einen beachtlichen Aufschwung nahm, kam es zu mehrfachen Umbauten und zu einer Erweiterung durch den nördlichen Anbau einer Patronatsloge, heute Winterkirche und Gemeinderäume, und den Einbau von Emporen für die Vielzahl von Gottesdienstbesuchern. Im Innern gibt es eine reiche Ausstattung mit barocken Kunstwerken. Die historische Orgel ist ein Werk des Brandenburger Orgelbaumeisters Carl Wilhelm Grüneberg aus dem Jahre 1793. Sie wurde1898 erweitert und 2000-2003 durch Orgelrestaurator Christian Scheffler umfangreich restauriert.

Erhalten sind Grabsteine derer von Saldern, von Arnim und von Görne sowie Grabmäler derer von Königsmarck.

Die Pfarrkirche in Plaue steht unter Denkmalschutz.

  

Original aus: www.kirchenwege-havelland.de, Foto: unbekannt

Die Plauer Kirche von der turmabgewandten Seite.

    

Original aus: Wikimedia Commons

Die Plauer Kirche von der Kirchstraße aus gesehen, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 02.12.2011

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Pfarrkirche in Plaue, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 03.09.2014

   

   

Die Dorfkirche in Kirchmöser

 

Im Jahre 1916 wurde der Bahnhof Kirchmöser an der Bahnlinie von Berlin nach Magdeburg im Zusammenhang mit dem Aufbau der Pulverfabrik in Betrieb genommen, nachdem bereits ab 01.05.1905 der Haltepunkt Gränert in der Nähe des ehemaligen kleinen Dörfchens Möser eröffnet war. Um Verwechslungen mit dem Dorf Möser bei Burg an der gleichen Bahnlinie zu vermeiden wurde mit Eröffnung des Bahnhofes aus dem Haveldorf Möser Kirchmöser. Die Geschichte der Kirche des damals kleinen Dorfes reicht bis in das frühe 14. Jahrhundert zurück. Sie befindet sich am Ende der Gränertstraße, der ältesten Straße in Kirchmöser. Die evangelische Kirche ist ein rechteckiger Saalbau, ausgeführt in Feldsteinschichtmauerwerk. 1716 wurde die Kirche erweitert. Der Unterbau blieb dabei erhalten und der Westturm entstand neu. Im Jahr 1891 bekam der Turm dann ein neues Dach mit Laterne und Wetterfahne. Im Turmunterbau sind die Familienwappen der Stifter von Görne und von Treskow enthalten. Das Innere der Kirche schmückt eine bemalte hölzerne Kassettendecke sowie ein wiederhergestellter Kanzelaltar aus dem 17. Jh.

Bedingt durch den Aufbau der Werksanlagen wurde Kirchmöser zu einem bedeutenden Industriestandort und verlor seinen dörflichen Charakter. Der Ort gliederte sich bald in Kirchmöser West, Kirchmöser Ost (dazwischen lagen die Werksanlagen) und Kirchmöser Dorf.

Am 01.10.1952 wurde Kirchmöser in die Stadt Brandenburg eingemeindet.

Heute steht die Dorfkirche Kirchmöser unter Denkmalschutz.

Direkt an der Kirche ist ein Informationsschild über die Kirche angebracht, die Teil eines Informationsweges durch den Ortsteil Kirchmöser ist.

    

Original aus: Wikimedia Commons

Die Dorfkirche in Kirchmöser, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 07.12.2013

   

     

Die Siedlungskirche in Kirchmöser West

  

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Eisenbahnwerkes ließ die Deutsche Reichsbahn 1928/29 das evangelische Gemeindezentrum Westkirche erbauen. Der Entwurf wurde vom Architekten der Reichsbahn, Hugo Roettcher gefertigt. Die architektonische Konzeption des Baus war für die damalige Zeit revolutionär und richtungweisend. Den Gottesdienstraum, Saal, die Gemeinderäume und die dazugehörige Wohnung lagen unter einem Dach! Es soll die „modernste Kirche in ganz Deutschland" gewesen sein. Eine Besonderheit ist die sogenannte Taufkapelle, die als solche nie genutzt wurde, mit schwerem, verziertem Eisengitter. 1942 mussten die Kronleuchter für den Krieg geopfert werden. Zwei in Originalgröße nachgebaute Modelle halten die Hoffnung wach, eines Tages den ursprünglichen Beleuchtungszustand wieder herstellen zu können. Die Bahn (damals Reichsbahn) blieb bis 2002 Eigentümer des Kirchenbaus. So ist es vermutlich die einzige Kirche, die über 70 Jahre im Eigentum der Reichsbahn war. Wie bei der Dorfkirche, ist direkt an der Westkirche eine Informationstafel über die Kirche, die Teil eines Informationsweges durch den Ortsteil Kirchmöser ist, angebracht.

Heute steht die Westkirche Kirchmöser unter Denkmalschutz. 

    

Original aus: Wikimedia Commons

Die Siedlungskirche in Kirchmöser West, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 07.12.2013

  

    

Die Heilig-Geist-Kirche in Kirchmöser Dorf

 

Die katholische Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Kirchmöser ist eine sehr junge Kirche, hat aber eine sehr lange Vorgeschichte.

Wie alle mittelalterlichen Kirchen wurde auch die Dorfkirche des Damaligen Bauerndorfes Möser im 13. Jahrhundert als katholische Kirche geweiht. Mit dem Einzug der Reformation vor über 500 Jahren in unsere Region endete vielen Ortes die katholische Ära und viele Kirchen wurden nun als evangelische Kirchen geweiht. Die wenigen verbliebenen katholischen Christen standen faktisch auf der Straße. Es war Improvisation und Abhilfe nötig, um ihren Glauben weiter gemeinsam nachgehen zu können. In Möser sollte es bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts dauern, bis am 09.11.1896 ein erster Gottesdienstraum für die Katholiken eingeweiht werden konnte. Zu Pfingsten 1915 fand der erste katholische Gottesdienst in den Räumen der neuen Munitionsfabrik statt. Weitere Gottesdienste konnten dann auch in der Gaststätte „Seegarten“ abgehalten werden.

Ab 1915/16 wurden die Gottesdienste der Außenstationen Wusterwitz und Kirchmöser, wie das ehemalige Möser nun hieß und ebenfalls zum ehemaligen Kreis Jerichow II in Sachsen-Anhalt gehörte, von der Pfarrei Genthin gehalten.

Bei dem Bau von 21 Steinbaracken für die Arbeiter der Pulver- und Munitionsfabrik 1917 war eine dieser Baracken für eine gemeinsame Nutzung von der evangelischen und der katholischen Gemeinde als Gottesdienstraum vorgesehen. Nach dem Bau der evangelischen Westkirche konnte die Baracke von der katholischen Gemeinde allein genutzt werden. Dazu erfolgte eine Umgestaltung dieser durch die katholische Kirche.

Nach dem Krieg erhob Erzbischof Lorenz Jäger am 01.10.1948 die Seelsorgestelle Kirchmöser zur Pfarrvikarie.

Am 24. Januar 1998 bekam mit der Kirchweihe und Altarkonsekration durch Bischof Leo Nowak die katholische Gemeinde in Kirchmöser nach der Grundsteinlegung im Jahr 1996 für einen Kirchenneubau auf dem Gelände der Familienferienstätte „St. Ursula" in Kirchmöser Dorf wieder eine eigene Kirche. Der Innenraum wurde gestaltet von den beiden Künstlern Beck (Heilig-Geist-Fenster) und Paul (Altar, Tabernakel, Kreuzweg). Die Kirche erhielt Reliquien der Märtyrer Adalar und Eoban.

Im November 2002 erhielt die Heilig-Geist-Kirche einen 10m hohen Glockenturm aus Stahl mit im Jahre 1958 gegossenen Glocken.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Die katholische Kirch in Kirchmöser, Aufnahme: Kirchenfan (CC0 1.0), 25.09.2016

   

   

Die Dorfkirche in Mahlenzien

 

Die Dorfkirche in Mahlenzien gehört zum evangelischen Pfarramt Wusterwitz. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1251/1300) im Stil der Frühgotik unter Verwendung eines kleinen romanischen Feldsteinbaus, vermutlich aus dem Jahr 1220, als flachgedeckte Saalkirche mit eingezogenen, gerade schließenden Chor erbaut.

1729 erfolgte ein Umbau der Kirche, bei dem der Turm als Fachwerkturm mit einem Pyramidendach auf den Westgiebel aufgesetzt wurde. Der Westgiebel in Feldsteinmauerwerk stammt wahrscheinlich noch von der Vorgängerkirche. Über der Eingangstür im Westgiebel befindet sich ein Wappen der Familie Schierstedt, Eigentümer des Ortes von 1583 bis 1945, mit der Jahreszahl des Kirchenumbaus. Der Chor wurde beim Umbau auf die Breite des Saales verbreitert und die Seitenwände erhielten jeweils 3 hochrechteckige Fenster. Die Ausstattung im Inneren stammt aus der Zeit des Umbaus mit einer barocken Putzdecke und einer Westempore. Hinter dem reich geschnitzten Kanzelaltar befindet sich eine Chorempore, darunter ein Kommunikantengang.

Nach der politischen Wende 1989 ist die kleine Kirche aus ihrem Dornröschenschlaf wieder erwecket worden. 1994 wurde das Dach neu eingedeckt und ab 1999 begann die Instandsetzung des Fachwerkturmes und Teilen des Kirchenschiffes. 2001/2002 folgte die Restaurierung des Schnitzaltars und des Kirchengestühls, 2003/2004 die Erneuerung von Wetterfahne und Turmkopf.

Der Friedhof, bis um 1900 direkt an der Kirche, liegt heute am nördlichen Dorfrand.

Mahlenzien wurde am 02.12.1993 als kleinster Ortsteil nach Brandenburg eingemeindet. Mit seinem Wasserwerk und der guten Wasserqualität war Mahlenzien aber schon seit 1967 für die Stadt unverzichtbar.

Die Dorfkirche Mahlenzien ist als Baudenkmal in die Denkmalliste aufgenommen.

     

Original aus: Wikimedia Commons

Die Dorfkirche in Mahlenzien, Aufnahme: © Varus111 (CC BY-SA 3.0), 04.04.2010

    

  

Das Schul- und Bethaus in Wilhelmsdorf

 

Das Schul- und Bethaus (auch Dorfkirche) Wilhelmsdorf ist ein Kirchen- und Schulbau im Heimatstil mit neubarocken Elementen. Der eingeschossige verputzte Saalbau wurde winkelförmig angeordnet und 1906 errichtet. Nordwestlich angrenzend liegt der Kirchhof.

Der kleine Sockel des Gebäudes ist mit roten Ziegelsteinen gemauert. Im linken Teil, mit Giebel zur Dorfstraße, befindet sich der Betsaal (Kirchenschiff) und in einem 900-Winkel vom Schiff nach Westen der Schulraum. Rechts schließt das ehemalige Lehrer- und Küsterhaus an.

Links vom Betsaal befindet sich der Zugang zum Gebäude. Das Portal wird über eine kleine dreistufige steinerne Freitreppe erreicht. Die Eingangstür liegt etwas zurückgesetzt unter der Traufe dieses Teilbaus. Aus der nach Südosten ausgerichteten Chorwand kragt die Altarnische hervor. Sie  besitzt einen Schweifgiebel mit leicht profiliertem Giebelgesims und zwei hohen, schmalen Fenstern. Auf dem Dach des Kirchsaals befindet sich ein mit Schiefer gedeckter glockenförmiger Dachreiter, der das Geläut trägt. Oberhalb der Schallöffnungen gibt es eine Schweifhaube, auf deren Spitze eine Turmkugel und ein Kreuz aufgesetzt sind.

Der Kirchsaal wird von einer mit stilisiertem Rankenwerk bemalten flachen Holztonne überdeckt. In der Mitte ist ein Strahlenkranz mit dem Symbol des Heiligen Geistes zu sehen. Die Buntglasfenster tragen Darstellungen der Apostel Paulus und Petrus. Kanzel, Altar, Taufständer, Lesepult, Gestühl und Wandleuchten sind einheitlich aus der Bauzeit erhalten, ebenso die Innentüren mit ihren geschwungenen Türblättern. Das Bethaus ist ein bescheidenes, einheitlich gestaltetes und in bemerkenswerter Vollständigkeit erhaltenes Kirchengebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert. Es verbindet auf gelungene Weise die damals beliebten Formen des "Heimatstils" im Inneren und seiner Ausstattung und des Neobarock in der geschwungenen Altarnische und Dachreiter im Äußeren miteinander .

Das Schul- und Bethaus gehört zur evangelischen St. Katharinenkirchengemeinde und ist wie auch das anschließende Küster- und Lehrerhaus als Baudenkmal ausgewiesen.

Der Ort Wilhelmsdorf wurde 1937 nach Brandenburg an der Havel eingemeindet.

     

Karte gelaufen

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Das Bethaus auf einer Ansichtskarte von 1958

     

Original aus: Wikimedia Commons

Das Schul- und Bethaus heute, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 03.09.2014

    

     

Die Dorfkirche in Göttin

 

Die heutige Göttiner Dorfkirche wurde 1870 als Ersatz für einen Vorgängerbau errichtet. Sie befindet sich in der Ortsmitte von Göttin und ist von einem Kirchhof umgeben, auf dem sich mehrere Grabmale aus dem 18. und 19. Jahrhundert befinden.

Von dem Vorgängerbau der Kirche ist der Westbau mit Turm erhalten geblieben. Dieser Bau hat einen rechteckigen Grundriss und stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert. Er steht quer am Giebel des Kirchenschiffs. Das unregelmäßige Findlingsmauerwerk hat Schallöffnungen und flachbogige Blenden und ist mit einem Satteldach versehen, über dem die achteckige Turmspitze erhebt.

Das Kirchenschiff, um 1870 von Maurermeister Eiserbeck aus Golzow völlig neu an Stelle des vorherigen erbaut, ist ein über den Westbau hervortretender rechteckiger Saal mit halbrunder Apsis in Sichtmauerwerk aus Klinkern in neuromanischen Formen.

Im Inneren befindet sich ein Altaraufsatz mit einem Gemälde von der Grablegung Christi. Die Kanzel, die Westempore und das Orgelprospekt sind von 1870, der neubarocke Taufständer von 1909. Seine Taufschale stammt aus dem 16./17. Jahrhundert.

Die Göttiner Kirche ist eine evangelische Kirche und steht unter Denkmalschutz.

Göttin wurde am 1. Juli 1950 in den Stadtkreis Brandenburg eingemeindet, 1952 dem Landkreis Brandenburg zugeordnet und 1993 endgültig zum Stadtkreis Brandenburg eingemeindet.

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Göttiner Dorfkirche, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 08.12.2012

     

     

Die Dorfkirche in Schmerzke

 

Die erste Dorfkirche in Schmerzke gehörte bis 1335 zur Pfarrkirche der Brandenburger Neustadt, dann wurde sie eine Filialkirche von Rietz. Das Patronatsrecht hatte der Bischof. Vom Vorgängerbau aus den 15. Jahrhundert ist der westliche Teil der Umfassungsmauern in der heute evangelischen Kirche erhalten. Sie wurden in den Kirchenneubau, der einer Inschrift auf einem Ziegelstein über dem Nordportal zu Folge 1714 stattgefunden hat, einbezogen.

Die heutige Kirche, ein einschiffiger unverputzter Backsteinbau mit eingestreuten Feldsteinen und je drei Rundbogenfenster auf den Längsseiten, steht inmitten des südlich der Dorfstraße gelegenen Kirchhofs. Sie verfügt über einen dreiseitig geschlossenen Chor, das Langhaus und der Chorpolygon werden durch flache Strebepfeiler gestützt. Der mittelalterliche Westteil zeichnet sich durch einen regelmäßigen Mauerverband aus großen Ziegeln aus, das Chorpolygon dagegen ist mit weniger sorgfältigem Mauerwerk aus kleineren Ziegeln ausgeführt worden. 1891 ist der Kirchenbau erweitert und die Westfassade in neoromanischen Formen mit dem quadratischem Turm mit spitzem Helm als Ziegelbau hinzugefügt worden. Nach einer Überlieferung stammt der Entwurf für den Turmaufsatz von Kirchenbaurat Köhler.

Der Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts trägt einen fünfseitigen Kanzelkorb mit Figuren von Christus und den 4 Evangelisten und ist von gewundenen Säulen und Akanthus-Schnitzwangen flankiert. Er hat einen kronenartigen Schalldeckel.

Die flache Holzbalkendecke stammt aus dem 19. Jh., Empore und Gestühl sind aus der zweiten Hälfte des 19. Jh., die Wandgemälde im Vorraum aus den 1950er Jahren.

Die Dorfkirche in Schmerzke steht unter Denkmalschutz und gehört seit 01.01.2018 zusammen mit der Dorfkirche in Göttin zur neu gegliederten St. Katharinengemeinde.

       

Karte nicht gelaufen
Verlag: Zimmaß, Erfurt, Foto: nicht angegeben

Die Kirche in Schmerzke 1920 auf einer Ansichtskarte

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Schmerzker Dorfkirche, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 07.12.2013

   

 

Die Dorfkirche in Wust

      

Die Kirche Wust war zunächst Mutterkirche, der kurz vor 1541 Gollwitz als Filialkirche zugeordnet wurde. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde sie dann eine Tochterkirche von Neustadt Brandenburg (St. Katharinen) und 1948-71 von Brandenburg-Ost (Stephanus). Seit 1971 ist Wust mit Gollwitz und Stephanus zur evangelischen Kirchengemeinde Brandenburg Ost mit Sitz in Gollwitz verbunden. Wust war mit einer Pfarrhufe ausgestattet. Das Patronatsrecht ging vor 1541 an den Rat der Neustadt Brandenburg über.

Die heutige Dorfkirche in Wust, errichtet von 1880 bis 1882, ist ein stattlicher neugotischer Backsteinbau anstelle eines wohl spätgotischen Vorgängerbaus aus Feldsteinen, dessen aus dem 15. Jh. stammender Turmunterbau in den Neubau mit einbezogen wurde. Sichtbare Ziegelstempel zeigen den Schriftzug »F. SEEGER-PAREY RATHENOW«

Der annähernd quadratische spätmittelalterliche Westturm hat geputzte Spitzbogenblenden noch vom Vorgänger des 15. Jh. im Unterbau. Über dem Glockengeschoss sitzt ein steinerner achtseitiger Spitzhelm mit Krabben und Kreuzblumen. Ähnlich reich geschmückt ist das neugotische Westportal. Im Osten befindet sich eine schiffshohe, fünfseitige und fensterlose durch Strebpfeiler gegliederte Apsis. Hauptverantwortlich für den Bau war möglicherweise Stadtbaurat Sasse aus Brandenburg. Die Steinmetzarbeiten wurden von der Stein- und Bildhauerei Ed. Voigt (Brandenburg) ausgeführt.

Der Kirchenraum wirkt nüchtern, hat eine dachförmig geschlossene Holzdecke und eiserne Zuganker. Vom Schiff abgesetzt ist der Chor mit Sterngewölbe, der durch einen Spitzbogen und zwei Stufen erreichbar ist. Der Fußboden der Kirche ist mit roten Sandsteinplatten belegt. Der Raum unter der von schlanken Eisensäulen mit schlichten Kapitellen getragenen Westempore wurde für eine Winterkirche geschlossen. Von der damaligen bauzeitlichen Ausstattung sind nur noch wenige Reste erhalten.

Den umgebenden Kirchhof bedeckt eine schlichte Rasenfläche mit Grabfeldern und einem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Er wird von einer um 2000 erneuerten roten Ziegelmauer eingefasst. Erhalten sind die beiden auf das Kirchenportal ausgerichteten Ziegelpfosten des Friedhofstores, die von dachartigen Aufsätzen bekrönt werden. Im hinteren Bereich des Kirchhofs steht eine kleine Leichenhalle aus roten Ziegeln, errichtet nach 1927 in expressionistischen Formen.

Im Jahr 1965 entfernte man die Schieferdeckung von Kirchenschiff und Chor und deckte dann das Schiff mit Biberschwanzziegeln neu ein, für das Dach des Chores nahm man wiederverwendbare Schieferplatten. Die 1967 projektierten umfangreichen Ausbau- und Instandsetzungsarbeiten an der Kirch kamen offenbar nicht zustande, denn die Kirche wurde seitdem nicht mehr genutzt und verfiel.

Anfang der 1990er Jahre wurde die gesamte, bis dahin bauzeitlich erhaltene Ausstattung (Kanzel, Altar, Bänke, Eingangstür) entfernt. Lediglich das Taufbecken, die Empore und ein älterer Ofen, um 1900 angefertigt durch Meister Schulz in der Hölter Eisenhütte, Schloss Holte i.W., verblieben in der Kirche. Die heute vorhandene Einrichtung der Kirche ist eine Stiftung der Ordensgemeinschaft Don Bosco.

Der Turm mit seinem ungewöhnlichen Helm wirkt weithin als Landmarke und korrespondiert mit den Kirchtürmen der Stadt Brandenburg. 1999 wurde auf dem Kirchturm eine Funkstation eingerichtet.

Letzte Sanierungen der Dorfkirche fanden 2006 und 2007 statt, so u.a. die Neueindeckung des Turmhelmes und eine Neuverfugung des Mauerwerks.

Für eine Dorfkirche ist die Kirche in Wust ein ausgesprochen stattlicher Bau mit nahezu kathedralhaftem Anspruch. Im Kontrast dazu steht das vergleichsweise karge Innere, bei dem man äußerste Sparsamkeit walten ließ, die sich nicht zuletzt in der Wiederverwendung von Materialien und Teilen der Ausstattung des Vorgängerbaus spiegelt.

Heute wird die Kirche als Veranstaltungsraum genutzt.

Die Dorfkirche Wust und Leichenhalle stehen unter Denkmalschutz.

Am 26. Oktober 2003 wurde Wust in die Stadt Brandenburg an der Havel eingemeindet.

     

Original aus: Wikimedia Commons

Die Dorfkirche in Wust, Aufnahme: © Hans G. Oberlack (CC BY-SA 4.0), 23.06.2016

   

    

Die Dorfkirche in Gollwitz

 

Die im Ortsteil Gollwitz von Brandenburg an der Havel befindliche langgestreckte spätgotische Kirche stammt im Ursprung aus dem 15. Jahrhundert. Eine Baunaht im Gemäuer zeigt, dass sie in zwei Etappen errichtet wurde. Der zuerst errichtete Westteil besitzt auf der Nordseite ein als vermauerte Nische erhaltenes spitzbogiges Backsteinportal. Um 1500 bekam die Kirche eine Verlängerung nach Osten mit halbkreisförmigem Abschluss. Darin findet sich auf der Nordseite eine Sakramentsnische. Frühneuzeitliche Ergänzungen sind der Nordanbau mit Patronatsloge und Gruftgewölbe der Gutsbesitzerfamilie v. Görne und der Westturm. Bei dem Umbau 1750 erhielt der Westturm seine barocke Gestalt hinzugefügt. Die Altarwand im Inneren der Kirche entstand 1823.

Im Jahr 1936 wurde eine elektrische Heizung eingebaut und die Orgel überholt und Prospektpfeifen erneuert. Außerdem wurde eine neue Glocke beschafft, die aber 1942 der Kriegswirtschaft geopfert werden musste.

Bei Renovierungsarbeiten von 1966 bis 1968 entfernte man Kanzel und andere Ausstattungsstücke, wodurch das Innere einen nüchternen Eindruck erhielt. Das jetzt vorhandene Altarretabel stammt 1983.

Im Zuge von Sanierungsarbeiten ab 1992 ist 1993 an der Gollwitzer Kirche der vorhandene Turmknopf geöffnet worden. In einer enthaltenen Kassette sind Münzen aus den Jahren 1750, 1833 und 1882 und stark „vermoderte“ Papiere enthalten. Am 22.02.1994 erhielt der Kirchturm seinen Turmkopf zurück.

Heute steht die Gollwitzer Kirche unter Denkmalschutz.

Gollwitz war bis zu seiner Eingemeindung am 26.10.2003 nach Brandenburg an der Havel ein eigenständiges Dorf.

   

Original aus: Wikimedia Commons

Die Gollwitzer Dorfkirche, Aufnahme: © Clemensfranz (CC BY-SA 3.0), 24.04.2010

     

     

Die Dorfkirche in Klein Kreutz

 

Die evangelische Kirche im Ortsteil Klein Kreutz der Stadt Brandenburg an der Havel liegt im Zentrum des ehemaligen selbständigen Dorfes Klein Kreutz etwas vorspringend an der Klein Kreutzer Havelstraße nahe der Mündung in die Dorfstraße. Der die Kirche umgebende Kirchhof wird heute nicht mehr als Friedhof genutzt. Die Kirche ist eine Saalkirche und gehört zum Pfarrbereich der Domgemeinde Brandenburg.

Eine Kirche in Klein Kreutz ist um 1300 erstmals als Patronatskirche des Domkapitels Brandenburg erwähnt. Im 15. Jahrhundert, wohl 1463, wurde eine Kirche im gotischen Stil errichtet. Von diesem Bau aus roten Backsteinen ist heute noch der untere Teil des Kirchturms erhalten. Sein spitzbogiges gotisches Westportal dient heute nicht mehr als Hauptzugang der Kirche.

Von 1867 bis 1868 ist der mittelalterliche Kirchenbau durch einen Neubau in einem historistischen Mischstil mit vielen Elementen der Neuromanik und im Bereich des oberen Turms der Neugotik ersetzt worden. Hierbei wurden die Fenster des Turms sämtlich rundbogig verändert. Das Geschoss für den Glockenstuhl und das Dach stammen ebenfalls aus dieser Zeit des Neubaus. Auffällig sind die nach Norden und Süden ausgerichtete Stufengiebel als neugotisches Element. Unterhalb der Traufe findet sich ein Fries, welches auch unterhalb des Dachs des Kirchenschiffs vorhanden ist. Das Kirchenschiff ist wie der neuere Teil des Turms mit roten Klinkern gemauert und wie die gesamte Kirche unverputzt. Die Fenster sind große Rundbogenfenster. Auf der östlichen Seite befindet sich eine halbrunde Apsis mit einer Blendarkade als äußeres Schmuckelement. Auf der Südseite ist das heute genutzte Kirchenportal mit eigener Überdachung, auf der ein steinernes Kruzifix befestigt ist.

  

Die Dorfkirche im Ortsteil Klein Kreutz von der Havelstraße aus gesehen,

Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 27.01.2018

    

Aufgrund eines Sturmschadens wurde die laternenartige Kirchturmspitze im November 1972 abgenommen. Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Neueindeckung des Daches von Kirchenschiff und Portal mit schwarzem Schiefer und im Jahre 2010 wurde die Turmsanierung abgeschlossen. Die jahrelangen Arbeiten zur Erneuerung sämtlicher Kirchenfenster dauerten bis 2013. Durch die Glaserei Schneemelcher aus Quedlinburg sind farbige Bleiverglasungen nach den Entwürfen des Künstlers Günter Grohs aus Wernigerode angefertigt worden.

Im Inneren der Kirche befinden sich Tafeln der Westempore der damaligen Vorgängerkirche mit Propheten, Evangelisten und Apostel. Die Tafeln wurden im Zuge der Sanierung an der Nordwand angebracht. Der für das evangelische Brandenburg seltene Marienaltar in der Apsis entstammt ebenfalls dem Vorgängerbau.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Der Marienaltar in der Kirche in Klein Kreutz, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 30.12.2017

 

Links der Apsis ist eine hölzerne Kanzel, rechts das Taufbecken. Auf der Westempore befindet sich die von Ferdinand Wäldner 1868 gebaute Orgel. Unter der Empore wurde im 20. Jahrhundert eine Winterkirche eingerichtet und vom übrigen Innenraum mit einer verglasten Front abgetrennt. Wie bei vielen Dorfkirchen ist das Kirchengestühl schlicht gehalten.

Seit 1955 ist die Kirche Klein Kreutz als Baudenkmal in die Denkmalliste aufgenommen worden.

Nachdem Klein Kreutz schon mal von 1950 bis 1952 zum Stadtkreis Brandenburg gehörte, wurde es am 06.12.1993 wieder in die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel eingemeindet.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Die Klein Kreutzer Dorfkirche, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 01.01.2018

    

     

Die Dorfkirche in Saaringen

 

Aus dem Jahr 1391 ist die erste Erwähnung einer Kirche in Saaringen bekannt. Es handelte sich hier um eine Filialkirche der Dorfkirche in Klein Kreutz. 1786 zerstörte ein Brand die Kirche, weshalb von 1787 bis 1790 ein neuer Kirchenbau im Stil des Barock als Saalkirche errichtet wurde .

Ende des 20. Jahrhunderts gründete sich ein Förderverein, dem u. a. der im Ort wohnhafte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Mitglied angehört. Dieser Förderverein widmet sich der Sanierung des mittlerweile sehr baufälligen Gebäudes. Die Kirche ging dann in das Eigentum des Fördervereins über und wurde in den folgenden Jahren mit Fördermittel u. a. von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umfangreich saniert. Heute steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Die Saaringer Dorfkirche ist ein kleiner verputzter und gelb gestrichener Bau. Sein Portal im Westen wird über eine kleine Freitreppe erreicht. Die Schallöffnungen des Glockenstuhls sind, wie auch das Portal und sämtliche Kirchenfenster, segmentbogig. Der als Fachwerk ausgeführte und lediglich nach Westen verputzte Kirchturm trägt auf seiner Spitze eine Turmkugel, eine Wetterfahne und einen sechsstrahligen Stern.

     

Die Fachwerkturm der kleinen Dorfkirche in Saaringen, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 27.01.2018

     

Das Kirchenschiff ist äußerlich schlicht gehalten und hat innen eine Holzbalkendecke. Auch die Innenwände sind einfach und ohne Verzierungen. Sein Dach ist ebenso wie das des Turms mit roten Biberschwänzen eingedeckt.

Im Inneren der Dorfkirche befindet sich ein barocker Kanzelaltar mit Schnitzwerk und ein Taufstein.

Für die Beleuchtung dient ein mit Kerzen besetzter metallischer Kronleuchter und Kerzenhalter. Neben der Kerzenbeleuchtung gibt es in der Kirche aber heute auch elektrisches Licht.

Der Fußboden ist wie bei Dorfkirchen vielfach üblich mit Backsteinen, teilweise aber auch mit quadratischen Fliesen ausgelegt.

Saaringen wurde am 01.011957 als Ortsteil in die Gemeinde Klein Kreutz und zusammen mit Klein Kreutz am 06.12.1993 in die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel eingemeindet und gehört als Ortsteil Klein Kreutz/Saaringen zum Stadtteil Dom.

  

Original aus: Wikimedia Commons

Der Kanzelaltar der Dorfkirche in Saaringen, Aufnahme: © Gregor Rom (CC BY-SA 4.0), 30.12.2017

 

Die Dorfkirche im Ortsteil Saaringen von der Straße aus gesehen, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 27.01.2018

   

     

Weiteres kirchliches Leben in der Stadt

 

Evangelische Freikirche e.V. - Gemeinde mit Ausblick

im Fritze-Bollmann-Weg 2

Die Gemeinde mit Ausblick ist eine Gruppe von Menschen, die mit Gott leben wollen. Dazu haben sie einen Verein gegründet, in dem sie aus einer christlichen Überzeugung heraus sozial und kulturell agieren. Ziel der Gemeinde ist, die Menschen zu Jesus und in die Familie Gottes zu führen, um damit gemeinsam geistlich zu wachsen. Durch inspirierende Gottesdienste, in denen Gott in Freiheit und in vielfältigen Ausdrucksformen angebetet wird und der Heilige Geist mit seinen Gaben wirkt, will man Menschen helfen, ihre Gaben und Talente zu entdecken, nach Gottes Plan zu gebrauchen und mit ihrem ganzen Leben Gott zu ehren. Weitere Ziele sind, dass Gottes Liebe durch sie in dieser Welt sichtbar wird und zu zeigen, wie wichtig Gott die Familie ist.

   

Das Gemeindehaus des Evangelische Freikirche e.V. - Gemeinde mit Ausblick Nahe der Massowburg,

Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 25.02.2018

   

     

Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Domlinden

in Domlinden 29

Diese Gemeinde sind Christen, die sich persönlich und freiwillig für ein Leben mit Gott entschieden haben. Es ist eine Brüdergemeinde im Bund der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Deutschland, einer K.d.ö.R. Sie wollen den Glauben an Jesus Christus ganz „alltäglich“ praktizieren und leben von der Mitarbeit der einzelnen Mitglieder. Getauft werden Menschen, die aus eigenem und freien Entschluss glauben.

    

Das Gemeindezentrum der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde auf dem Dom,

Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 25.02.2018

   

    

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

in der Bäckerstraße 16

Die erste Gemeinde dieser in den Vereinigten Staaten gegründeten Kirche in Deutschland wurde 1843 in Darmstadt gegründet. In Chemnitz gab es in den 1920er Jahren die größte Gemeindedichte in einer Stadt außerhalb der Vereinigten Staaten.

Um der hungernden Bevölkerung in Deutschland zu helfen, stellte Ezra Taft Benson, Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel und späterer Landwirtschaftsminister der Vereinigten Staaten unter Präsident Dwight D. Eisenhower, kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein gewaltiges Hilfsprojekt auf die Beine. Es wurde später unter dem Namen CARE bekannt und verdient heute noch Hochachtung.

Der erste Tempel auf deutschem Boden und der erste in einem (damals) sozialistischen Land wurde 1985 in Freiberg in Sachsen geweiht. Zwei Jahre später ist ein zweiter Tempel in Deutschland, im hessischen Friedrichsdorf geweiht worden.

Heute stellen viele Gläubige in Deutschland bereits die zweite, dritte oder vierte Generation von Mitgliedern der Kirche dar. Zu den bekannteren deutschen Mitgliedern gehören der Pädagoge Karl Gottfried Mäser sowie der 1942 im Alter von 17 Jahren als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime hingerichtete Helmuth Hübener.

   

Das Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 25.02.2018

    

    

Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Adventgemeinde Brandenburg

in der Wollenweberstraße 41

Von 1860 bis 1863 erfolgte die Namensgebung und Gründung der „Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ durch James White, Joseph Bates, Hiram Edson in Nordamerika.

Unter dem visionären Weitblick, der organisatorischen Fähigkeit sowie rhetorischen wie schriftstellerischen Begabung von Ludwig Richard Conradi (1856-1939) breitet sich die Freikirche bis zum ersten Weltkrieg in weiten Teilen Europas aus. 1889 beginnt Conradi von Hamburg aus die deutsche Advent-Mission.

    

Das Gemeindehaus der Adventgemeinde Brandenburg, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 25.02.2018

  

    

Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas

in der Friedrichshafener Straße 12

Die Geschichte der Religionsgemeinschaft geht auf das Jahr 1870 zurück. Eine Gruppe von Bibelforschern um Charles T. Russell (1852–1916) beginnt in Pennsylvanien (USA) systematisch die Bibel und die Bedeutung des Jahres 1914 in der Prophetie zu studieren. 1881 organisieren sie für die Bekanntmachung der neugelernten Wahrheiten eine religiöse, nichtkommerzielle Verlagsgesellschaft, welche dann als Wachtturm-Gesellschaft bzw. Watch Tower Society bekannt wird. Diese Gesellschaft bringt später auch bibelerklärende Schriften in Deutsch heraus.

Im Jahr 1897 erscheint die Zeitschrift "Der Wachtturm" (Watchtower, im Englischen seit 1879 erschienen) erstmals in Deutsch.

1931 wird der Name „Jehovas Zeugen" weltweit angenommen.

In der NS-Zeit sind viele Mitglieder der Zeugen Jehovas in Konzentrationslager verschleppt worden, wo sie keine unbedeutende Häftlingsgruppe darstellten. Die SS machte sie mit einem lila Häftlingswinkel kenntlich.

Nach der politischen Wende erhält 1990 die „Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in der DDR" nun staatliche Anerkennung. Mit Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 01.02.2006 wird das Urteil des OVG Berlin rechtskräftig, dass Jehovas Zeugen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen sind.

Für die Gottesanbetung nutzen die Zeugen Jehovas geweihte Gebäude, die sie „Königreichssaal" nennen. Die Einrichtung der Säle ist zweckmäßig und schlicht und besteht im Wesentlichen aus einer Bühne mit Rednerpult und Sitzplätze davor, desweiteren stehen in den Gebäuden auch eine Bibliothek und ein Bereich, in dem Veröffentlichungen für das Bibelstudium erhältlich sind, zur Verfügung.

    

Der Königreichssaal der Zeugen Jehovas, Aufnahme: © H. M. Waßerroth, 07.02.2018

     

     

Die Altapostolische Kirche Deutschland, Gemeinde Brandenburg/Havel in der Magdeburger Straße 18b

(Zu dieser Gemeinde waren bisher leider keine entsprechenden Informationen verfügbar.)

    

 

aus verschiedenen Quellen zusammengefasst,

bearbeitet und ergänzt von H. M. Waßerroth

CC BY-NC-ND 3.0 de

  

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Vers. 1.1.1. vom 17.07.2018

© Harumi Michelle Waßerroth